Nachfolger der beschädigten Brücken werden größer gebaut

Voraussichtlich Ende September vergibt der Niederwürschnitzer Gemeinderat erste Aufträge zur Beseitigung von Hochwasserschäden

Niederwürschnitz. Der Gemeinde liegen die Fördermittel-Bewilligungen für die ersten neun Maßnahmen zur Beseitigung der Hochwasserschäden vom August vergangenen Jahres vor. Rund 500 Haushalte und 30 Gewerbebetriebe waren vom Hochwasser in Niederwürschnitz betroffen, der Gesamtschaden: geschätzte 3,5 Millionen Euro. Angemeldet waren laut Bürgermeister Rolf Höfer 27 kommunale Maßnahmen mit einer Gesamtschadenshöhe von rund 1,5 Millionen Euro. Abgelehnt wurden fünf Maßnahmen.

Vergangene Woche haben Gemeindeverwaltung und Planer die Terminkette für die bewilligten Maßnahmen aufgestellt. Sie werden jetzt ausgeschrieben, für die Ratssitzung Ende September sei der Vergabebeschluss geplant, erklärt Höfer. Rechtzeitig, um noch in diesem Jahr mit den Baumaßnahmen starten zu können, hofft der Bürgermeister.

Erste Projekte sind Brücken

Die größte Maßnahme wird mit geplanten Kosten von rund 117.000Euro der sogenannte Abzweig 9 der Chemnitzer Straße sein. Das ist jener Weg, der unter anderem zum Steinmetz Albrecht führt. Dort seien Brücke und Straße vom Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen worden. Beides soll noch in diesem Jahr wieder in Ordnung sein.

Rund 90.000 Euro seien für den Neubau der vom Wasser regelrecht weggespülten Brücke Kirchsteig, über die man vom Sportplatz Richtung Chemnitzer Straße kommt, veranschlagt. Im gleichen Zug soll auch das Ufer im Bereich Mühlenstraße befestigt werden.

Die zerstörten Brücken seien alle neu berechnet worden und werden wesentlich höher neu gebaut, auch die Widerlager werden weiter auseinander stehen, erklärt Höfer. Damit werde die Durchlassfähigkeit vergrößert und soll verhindert werden, dass es bei Hochwasser zum Rückstau kommt.

Weitere Baumaßnahmen in diesem Jahr betreffen Radwege im Steegenwald und im Höhlholz.

Noch nicht zu den bestätigten Maßnahmen gehöre der für nächstes Jahr vorgesehene Neubau der Umkleidekabinen für die Sportler. Hier stehe man noch mit der Sächsischen Aufbaubank (SAB) in Verhandlung, sagt Höfer. Dort werde inzwischen akzeptiert, dass die Räumlichkeiten nicht saniert, sondern an einem anderen Standort neu gebaut werden, erklärt er. Denn die Kabinen in einem alten Gebäude an der Mühlenstraße wurden nicht nur im August vergangenen Jahres, sondern auch vom Hochwasser 2002 "gewässert". Es habe also wenig Sinn, sie zu sanieren, weil sie beim nächsten Hochwasser mit Sicherheit wieder zerstört würden. Als Standort für den Neubau sei der höherliegende Platz am Sportlerheim vorgesehen. Da der Neubau größer werden soll, könne nur rund ein Drittel der Kosten über die Hochwasserförderung finanziert werden.

Pegelerprobung vor Abschluss

In Konsequenz des Hochwasserers vom August 2010, das fast ohne Vorwarnung hereinbrach, investierte die Gemeinde rund 8000 Euro in einen eigenen Pegel, der auf Ultraschallmessung basiert. Mitte Mai wurde dieser eingeweiht.

Wie der Technische Leiter des Eigenbetriebs, André Schnerrer, sagte, wird dessen Erprobung Mitte September abgeschlossen sein. Der Pegel ist zwar nicht ins offizielle Hochwasserwarnsystem eingebunden, aber dafür kann auf der Homepage der Gemeinde eingesehen werden, ob Gefahr von der Würschnitz droht. Nach Abschluss der Erprobung können daran interessierte Bürger per E-Mail gewarnt werden, wenn ein bestimmter Wasserstand überschritten wird. Erste Anfragen beziehungsweise Interessenten gebe es bereits, erklärt Schnerrer.

 
erschienen am 07.08.2011 ( Von Viola Heidrich )
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