Neue Müllgebühr im Erzgebirge tritt im neuen Jahr in Kraft
Einheitliche Abgabe für den Abfall
Stollberg. 370.000 Menschen im Kreis bezahlen im kommenden Jahr alle eine einheitliche Abgabe für den Abfall. "Freie Presse" beantwortet wichtige Fragen.
Ist die neue Gebühr gerechter?
Der Zweckverband sagt ja. Zwei Argumente: Generell gelten 14,88 Euro Festgebühr für jede Person und Jahr, egal aus welchem Altkreis. Und der Bürger kann seine Ausgaben mehr beeinflussen als vorher. Besagte Festgebühr etwa ist für Bürger im Mittleren Erzgebirgskreis und Annaberg spürbar preiswerter zu früher. Bei gleich bleibendem Abfallverhalten werden diese entlastet, so der Verband. Dafür kommen aber für manche die Grünschnittkosten hinzu. In den Bereichen Stollberg und Aue-Schwarzenberg wird es letztlich für jeden ein wenig teurer. Hier können wiederum die Bürger aber durch Mülltrennung in die teilweise neue Biotonne, die preiswerter ist als der Restabfall, Kosten sparen. Fazit: Die Bürger haben mehr eigenen Handlungsspielraum.
Wieso erst jetzt?
Weil es rechtlich nicht möglich war, so die Verantwortlichen. Von denen gab es gleich mehrere - die Zuständigkeit des Zweckverbandes für den ganzen Erzgebirgskreis tritt erst ab dem 1. Januar 2012 juristisch in Kraft - bislang galt das nur für die Altkreise Stollberg und Aue-Schwarzenberg. Der neue, 2008 gegründete Erzgebirgskreis dagegen hatte die Müllentsorgung für die Region Annaberg und den früheren Mittleren Erzgebirgskreis inne. Zudem existierten für jeden Altkreis eigene Entsorgungssysteme - und bestehende Verträge mit Entsorgungsfirmen, die erst zum jetzigen Jahreswechsel enden. Eine einheitliche Gebühr war also nicht eher möglich. Deshalb wird diese auch erst in wenige Monaten gültig und dann rückwirkend zum Jahresanfang offiziell eingeführt. Folge: Einmalig werden die Bürger - wegen des Übergangs - eine Endabrechnung für 2011 auf der Grundlage der vier alten Satzungen je Altlandkreis erhalten. Und dann eine zweite Rechnung, die übliche Vorausberechnung für 2012, auf Grundlage der neuen, einheitlichen Gebührensatzung.
Warum wird die Blaue Tonne nur alle vier Wochen geleert?
Hier sagt der Zweckverband, dass in Größenordnungen Papiertonnen zur 14-täglichen Abholung hingestellt worden, obwohl sie nur halb voll waren. Dieses kostenlose Angebot - die Festgebühr deckt ja nicht nur Ausgaben für Wertstoffhöfe, Sperr- und Schadstoffabfall, Weihnachtsbaumentsorgung und Vorhaltekosten, sondern auch die der Papierfraktion - erzeugte aber hohe Kosten bei Entsorgern. Daher nun der Vier-Wochen-Turnus. Ein deshalb notwendiger Behälterwechsel ist gebührenfrei.
Wie oft wird der Restabfall entsorgt - wie viele Wertstoffhöfe gibt es künftig?
Neben den bereits zwölf Wertstoffhöfen werden weitere in Thum, Crottendorf und Eibenstock gebaut. Flächendeckend wird der Restabfall im Kreis künftig alle zwei Wochen entsorgt. Das Ident-System wird auch bei den Blauen Tonnen eingesetzt und soll exakte Daten zu Standorten oder Kippungszahlen liefern.


