Der Teilnehmer-Rekord ist geknackt. Bei der vierten Zwönitztal-Radtour kamen am Sonntag 2579 Fahrer. Der Startplatz am Niederzwönitzer Sportkomplex platzte aus allen Nähten. Hier im Bild der Auftakt der Aktivenstrecke, an der 670 Radsportler teilnahmen.
Foto: Andreas Tannert
Organisatoren der Zwönitztal-Radtour meistern Rekord-Ansturm
Zur vierten Auflage kamen am Sonntag 2579 Teilnehmer. Rekord! Auch "Freie Presse"-Mitarbeiter Patrick Herrl war dabei als Tourfotografen
Zwönitz. Morgenstund hat Gold im Mund. Das Sprichwort ist nicht nur mein Leitfaden an diesem Tag. Auch der Lugauer Hobby-Fotograf Heiko Sperber ist schon gut eine Stunde vor Start am Sportzentrum in Zwönitz, wo bereits zahlreiche Helfer wirbeln.
Der erste Eindruck in der Sporthalle offenbart, welcher enorme Organisationsaufwand hinter dem Radsport-Spektakel steckt. Alles ist bis ins Detail geplant - von der freundlichen Begrüßung und Einweisung durch nette Damen am Eingang bis hin zur bequemen Anmeldung. 2597 mussten am Sonntag bewältigt werden. Rekord! "Es sind hier 50 Helfer quasi rund um die Uhr im Einsatz. Auf den Strecken und bei der großen Rast kommen weitere 50 dazu", erklärt Daniel Reinhardt, der seit der ersten Tour für den Bereich Marketing verantwortlich ist.
Zunächst aber bekommen Tourfotograf Heiko Sperber und sein Fahrer Falk Naumann letzte Hinweise von Klaus Neukirchner zum Zeitablauf. Er hat gemeinsam mit seinem Sohn Olaf die Routen konzipiert, kennt geeignete Plätze zum Fotografieren. Neukirchner schlägt zum Beispiel den Eisenweg, den Rinderstall und den Fichtelbergblick vor. Ich nutze die Zeit, um mit Fahrern ins Gespräch zu kommen. Unter ihnen tummelt sich Rainer Pabsdorf, der unter anderem schon mehrfach am Glockner Man, einem Ultra-Radmarathon, teilgenommen hat. "Im letzten Rennen musste ich wegen Kniebeschwerden vorzeitig aufhören. Umso mehr freue ich mich, hier dabei sein zu können." Er muss sich bis zum Startschuss noch gedulden. Pabsdorf begibt sich wie die 237 anderen Teilnehmer erst ab 8.30 Uhr auf die Sportstrecke.
Heiko Sperber in seinem Element: Der Lugauer hat am Sonntag zum vierten Mal die Zwönitztal-Radtour als Fotograf begleitet und wieder unzählige Bilder von den Teilnehmern geknipst.
Foto: Patrick Herrl
Für das Fotografenteam dagegen geht es endlich auf die Piste. Sperber - ausgerüstet mit zwei Kameras, drei Objektiven, einem Blitzgerät und drei Speicherkarten mit einem Gesamtvolumen von 26 Gigabyte, die er auch brauchen wird - betreut in diesem Jahr die Sport- und die Aktivenstrecke. Den ersten Haltepunkt steuern wir auf der Straße zwischen Zwönitz und Affalter an. Auf dem Weg dorthin erzählt der 39-Jährige von seinen Erfahrungen aus den bisherigen drei Auflagen.
Was uns dann aber erwartet, verblüfft selbst ihn: Hunderte Fahrer treten mit ihren Rennrädern den Berg hinauf in die Pedalen. So viele, wie zuvor noch nie in dieser Klasse, staunt Sperber. Ein beeindruckendes Bild, das uns auch an den weiteren Stationen begleiten wird. Denn der Tross an Fahrern auf der Aktivenstrecke scheint kein Ende zu nehmen. Reinhardt: "Mit so einem Ansturm hat niemand gerechnet. Alle Erwartungen sind übertroffen. Das ist eine komplett neue Dimension." Das rechtfertigt den organisatorischen Aufwand. Sinnbildlich dafür ist die "Große Rast" auf dem Thalheimer Sportplatz, wo nach und nach die Pedaleure eintrudeln, ihr Verpflegungspaket - gefüllt mit Brötchen, Banane, einer Knacker oder einer Käsestange - abholen und sich gemütlich ausruhen können. Vor allem Familien machen es sich bequem.
Auf dem Rückweg wird wieder an verschiedenen Stellen die Tour auf unzähligen Fotos dokumentiert. Sperber steht fleißig am Wegesrand, wechselt die Perspektiven, knipst, was das Zeug hält. Im Auto wechselt er für die nächste Station das Objektiv, zeigt stolz einige Fotos. Eines ist dabei stets das Gleiche: das freundliche Lächeln der Teilnehmer auf den Schnappschüssen. Sperber: "Viele kennt man aus den bisherigen Auflagen. Die Fahrer sprechen mich auch direkt an und fragen, wo es die Fotos zu sehen gibt. Die Leute sind glücklich, wenn sie sich im Internet wiedererkennen." Spätestens am Dienstag können alle Bilder auf der Internetseite betrachtet werden.

