Nichts für Weicheier: Der Fußballplatz in Mitteldorf befindet sich in desolatem Zustand und lässt häufig kaum noch ein regelgerechtes Spiel zu. Das Ziel des Fußballvereins ist ein moderner Kunstrasenplatz.
Foto: Privat
Pläne für Mitteldorfer Fußballplatz stoßen bei Nachbarn auf Kritik
Im Interesse des Schulstandorts: Beuthas Ortsvorsteher Radtke fordert Sanierung der Turnhalle im Ortsteil - Stadtverwaltung setzt auf Programm zur ländlichen Entwicklung
Mitteldorf/Beutha. Mitteldorf/Beutha. Die finanzielle Unterstützung der Stollberger Stadtverwaltung für einen neuen Fußballplatz in Mitteldorf stößt in anderen Ortsteilen auf Kritik. "Wäre es nicht sinnvoller, erst einmal die Turnhalle in Beutha zu sanieren, damit der dortige Schulstandort dauerhaft erhalten bleibt?", meinte Beuthas Ortsvorsteher und CDU-Stadtrat Raik-Uwe Radtke in der jüngsten Sitzung der Stollberger Stadträte. Ähnlich äußerte sich sein FDP-Ratskollege Gordon Neef aus Raum. "Was ist wichtiger: ein zweiter Kunstrasenplatz oder der Erhalt des zweiten Schulstandortes?"
Hintergrund des Streits ist eine Entscheidung des Stadtrates. Er hat den Eigenanteil der Stadt, der für die zur Sportplatzsanierung angestrebte Fördermittel-Nutzung erforderlich ist, dem für den Sportplatz zuständigen Förderverein Mitteldorf zur Verfügung gestellt - trotz fraglicher Erfolgsaussichten. Damit, so begründete Oberbürgermeister Marcel Schmidt das Vorgehen, stünde das Geld auch bei einer etwaigen Verschlechterung der städtischen Haushaltslage in jedem Falle für das Fußballplatz-Vorhaben zur Verfügung. Zudem ergäben sich daraus steuerliche Vorteile im Falle einer Förderung.
Ob es zu einer solchen tatsächlich kommt, scheint im Moment ungewiss. Die Stadtverwaltung hofft, das Projekt innerhalb des Programms der Integrierten ländlichen Entwicklung (Ile) verwirklichen zu können. In einem ersten Anlauf hatte es vor wenigen Wochen da allerdings bereits eine Ablehnung gegeben. Falls eine Förderung auch bis Mitte 2013 nicht zustande kommen sollte, muss der Verein das Geld der Stadt zurücküberweisen. Er darf es überdies zu keinem anderen Zweck verwenden, als zum Sportplatzbau.
Doch auch die Grundschule und die Turnhalle in Beutha hat das Rathaus im Blick. Laut der städtischen Beigeordneten Katharina Mann ist für beide Einrichtungen ein Investitionsbedarf in Höhe von insgesamt gut 800.000 Euro eingeplant. Davon wird die Stadt für die Schule voraussichtlich 250.000 Euro und für die Turnhalle 70.000 Euro aus eigener Tasche zahlen müssen.
Auch bei diesen beiden Vorhaben, so erläutert Oberbürgermeister Marcel Schmidt, soll nach Möglichkeit das Programm zur ländlichen Entwicklung genutzt werden. "Die Anträge sind gestellt, nur hat sich der Freistaat dazu noch nicht positioniert", sagte das Stadtoberhaupt. Dabei habe die Schule in Beutha seiner Meinung nach im Zweifelsfall sogar bessere Chancen als der Sportplatz in Mitteldorf. Zugleich gehe er davon aus, dass der Sportplatz über kurz oder lang geschlossen werden muss, wenn es nicht gelinge, eine Lösung hinzubekommen.
Geht es nach den Mitteldorfer Fußballern, wäre die erste Wahl der Neubau eines modernen Kunstrasenplatzes, wie ihn beispielsweise der FC Stollberg bereits besitzt. Nur mit einem solchen zeitgemäßen Angebot lasse sich gezielt Nachwuchs gewinnen, argumentieren sie. Wesentlich preiswerter hingegen wäre ein neuer Hartplatz, der sich zur Not auch ohne Fördermittel finanzieren ließe.
Mit Blick auf die Kritik aus Beutha und Raum bat Oberbürgermeister Schmidt um Zurückhaltung. Der Stadtverwaltung sei weiter daran gelegen, dass es bei Investitionen möglichst gerecht zugehe. Es dürfe nicht sein, dass einzelne Ortsteile gegeneinander ausgespielt werden.


