Detlef Busch in seiner Kennzeichenprägestelle auf der Wilhermsdorfer Straße in Pfaffenhain.
Foto: Andreas Tannert
Sorge im Schatten der Behörde
Kennzeichenmacher fürchtet ums Gewerbe: Kommt der Umzug? Kommt der Filialist?
Stollberg/Pfaffenhain.
Stollberg/Pfaffenhain. Zweimal ist Detlef Busch schon mit der Kfz-Zulassungsstelle umgezogen: Zuerst von der Polizei in Hoheneck zum Landratsamt nach Niederdorf, dann von dort zur Außenstelle nach Pfaffenhain.
Seit 13 Jahren prägt Busch, der sein Gewerbe nach der Wende angemeldet hat, in seinem Pfaffenhainer Container die Kennzeichen für Autobesitzer und -händler, die nebenan, im Dienstgebäude, das Amtliche der Zulassung erledigen. Detlef Busch macht sich Sorgen, ob sein Gewerbe eine Zukunft hat.
Denn seit der Gründung des erzgebirgischen Großkreises bleibt nichts mehr, wie es war. Die reduzierten Öffnungszeiten in der Führerscheinstelle hätten laut Busch manche Leute bereits glauben gemacht, dass sie ihr Auto nur noch in Annaberg zulassen könnten. Dabei habe die Zulassungsstelle geöffnet wie immer. Die Führerscheinstelle wird seit Anfang März nur noch einmal wöchentlich besetzt und dient als reine Annahmestelle.
Gemunkelt wird seit längerem unter Händlern, Gewerbetreibenden und Fahrlehrern im Altkreis, dass die Zulassungsstelle nach Stollberg umziehen soll. Die Entscheidung sei gefallen, im zweiten Halbjahr wäre es soweit. Das Landratsamt hält sich bedeckt. Anfang Februar teilte die Pressestelle in Annaberg-Buchholz mit, dass im Laufe dieses Jahres entschieden werde, ob die Kfz-Zulassungsstelle in Jahnsdorf erhalten bleibe oder ob es Veränderungen gibt.
Detlef Busch erfüllt der Gedanke mit Sorge, dass die Kennzeichenprägung nach einem Umzug per Ausschreibung vergeben werden könnte. "Dann hätte ich keine Chance", fürchtet er. "Auf dem Markt breiten sich immer mehr Filialisten aus, die viel höhere Mietgebote abgeben können, wenn nach der Miete ausgeschrieben wird. Die überbieten das einheimische Gewerbe locker und zahlen ihre Steuern irgendwo, bloß nicht hier."
Noch hofft Busch, dass es dazu nicht kommt. In dem größeren Erzgebirgskreis sieht er ja durchaus Vorteile: "Früher mussten die Autos in den einzelnen Altkreisen des Erzgebirges angemeldet werden. Jetzt kann ich das für jedes Auto, auch aus Aue oder Annaberg, hier in Pfaffenhain tun." Die Abwrackprämie habe im vorigen Jahr auch den Schildermachern eine Sonderkonjunktur beschert. Der lange Winter mit viel Schnee und Eis bedeutete Flaute. "Aber das ist der normale Gang", sagt Busch. Das halte er wirtschaftlich aus.
Wenn nur die Zulassungsstelle nicht nach Stollberg zieht.


