Zwönitzer Rat macht den Weg für die Welterbe-Bewerbung frei
Am Donnerstag entscheidet sich, ob es die Stadt auf die Teilnehmerliste schafft
Zwönitz. Die Stadt Zwönitz soll dem öffentlich-rechtlichen Vertrag zum Unesco-Welterbeprojekt "Montanregion Erzgebirge" beitreten. Das hat der Stadtrat am Dienstagabend einstimmig beschlossen.
Ob Bürgermeister Wolfgang Triebert (CDU) den Vertrag unterzeichnen darf und Zwönitz mit seiner Papiermühle in die Objektliste des Projekts aufgenommen wird, entscheidet am Donnerstagnachmittag der Welterbekonvent in Schneeberg. Das Gremium besteht aus den Kommunen mit den potenziellen Welterbestätten, dem Erzgebirgskreis und dem Landkreis Mittelsachsen. "Alle Zeichen stehen auf Grün", sagte Wolfgang Triebert. Er geht davon aus, dass der Konvent positiv entscheidet. "Ich soll das Stadtsiegel mitbringen", so Triebert weiter. Grünes Licht gab es bereits von der Projektgruppe an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg, die die Gesamtbewerbung um den Welterbe-Titel koordiniert und den Zwönitzer Vorschlag geprüft hat.
Mit dem Beschluss zum Vertragsbeitritt hat der Stadtrat auch abgesegnet, dass Zwönitz sich an Organisation und Finanzierung des Welterbe-Projektes beteiligt. Pro Jahr wird die Stadt einen Grundbetrag von 1000 Euro sowie weitere 1993 Euro für das Objekt "Papiermühle" zahlen müssen. Zugleich fallen einmalig 1000 Euro für eine 3000 Euro teure Umsetzungsstudie an. Die restlichen 2000 Euro für diese Studie zahlt der Förderverein Montanregion Erzgebirge. Zwönitz hatte bereits im Juli beschlossen, Mitglied im Verein zu werden.
Ziel der Initiatoren ist es, die Welterbe-Bewerbung bis 1. Februar 2013 einzureichen, damit das Erzgebirge im Sommer 2014 bei der Vergabe eine Chance hat. Die Papiermühle in Niederzwönitz wurde erstmals 1568 erwähnt. Sie steht als Symbol für die nicht mehr existierende, 1540 errichtete Papiermühle. Über diese wiederum lässt sich die Verbindung zum Bergbau herleiten.
Unterdessen ist auch im Erzgebirge selbst nicht nur Zuspruch für das geplante Welterbeprojekt zu vernehmen. Am Dienstag ging es auf einer Kritikerkonferenz in Annaberg-Buchholz um die Frage, ob der Welterbestatus die wirtschaftliche Entwicklung des Erzgebirges behindern könnte. Unter anderem sieht Freibergs Oberbürgermeister Bernd-Erwin Schramm (parteilos) in seiner Stadt noch Klärungsbedarf.
In Zwönitz gibt es bislang offenbar keinen starken Gegenwind, eine ausführliche Diskussion im Stadtrat am Dienstagabend blieb aus. Über die Entscheidung sagte Wolfgang Triebert am Rande der Sitzung: "Das ist eine klare Botschaft. Der Stadtrat steht voll dahinter."
Zugleich erhoffe sich Zwönitz mit einem möglichen Welterbetitel für die Niederzwönitzer Papiermühle auch Fördermittel für dieses Technische Museum. So gebe es ein Programm des Bundes, mit dem Welterbestätten bezuschusst werden, sagte Triebert. (mit gt)


