1. Bürgermeisterstellvertreterin Gerlinde Einbock.Foto: Jan Görner/Archiv
Seiffen will Nachbargemeinden erneut Gespräche anbieten
Einwohner aller drei beteiligten Kommunen sollen gefragt werden
Seiffen. Seiffen hält trotz der Bekenntnisse der Gemeinderäte Heidersdorf und Deutschneudorf für einen Zusammenschluss mit Olbernhau am Weg aus der Verwaltungsgemeinschaft in eine Einheitsgemeinde fest. Die Gemeinderäte haben sich am Montagabend auf einen Wortlaut geeinigt. Damit will sich Gerlinde Einbock, 1. Bürgermeisterstellvertreterin (FDP-Fraktion), an die Bürger der Verwaltungsgemeinschaft wenden.
In dem Beitrag für das März-Amtsblatt heißt es dazu: "Die Gemeinderäte von Deutschneudorf und Heidersdorf beschlossen, keine Einheitsgemeinde mit Seiffen zu bilden, sondern Gespräche zur Eingliederung ihrer Orte in die Stadt Olbernhau zu führen. Der Seiffener Gemeinderat würde es trotz dieser Entwicklung gut finden, wenn auch die Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft wieder ins Gespräch kämen. Es wäre gut, miteinander auch über eine echte Gemeinschaft als Dorf im ländlichen Raum zu sprechen ...."
Gerlinde Einbock erinnerte daran, dass derartige Gespräche freiwillig sind und dafür kein Zwang besteht. "Wir laden Bürger aus allen drei Orten dazu ein", sagte sie. Es sei doch ein Unterschied, ob Gemeinderäte ihre Meinung äußerten oder die Bürger. Hans-Joachim Gruve (Fraktion Die Linke) warf ein, dass mit beiden Bürgermeistern wegen der Einheitsgemeinde "schon vor zehn Jahren nicht zu sprechen" war. Und: "Später haben das auch Bürgermeister Heinz Seidler und die FDP-Ortsgruppe versucht. Nachdem der eine Weg (nach Neuhausen) verbaut wurde, müssen wir den anderen gehen."
In den zurückliegenden Monaten überschlugen sich die Ereignisse. Das Innenministerium in Dresden hatte im September bei Bildung einer Einheitsgemeinde die Teilentschuldung von Seiffen in Aussicht gestellt. Beim Bürgerentscheid im November votierten Seiffener Bürger mehrheitlich gegen das Zusammengehen mit Neuhausen. Daraufhin bot die Gemeinde im Januar den anderen zwei Kommunen der Verwaltungsgemeinschaft einen Gesprächstermin an. Das Treffen kam nicht zustande. Vielmehr beschloss der Heidersdorfer Gemeinderat, mit Olbernhau über eine Fusion zu reden. Der Deutschneudorfer Gemeinderat folgte damit im Februar.


