Strom Ein Solarkocher für Afrika: Der Gablenzer Harald Leitl unterstützt mit seiner Firma die Liebenzeller Mission in Afrika.

Foto: Bernd März

Solarstromtechnik aus Gablenz für Afrika

Das Umweltcentrum für Haustechnik baut derzeit an einer Solaren Stromstation für Malawi

Stollberg. Seit 2008 unterstützt Harald Leitl mit seiner Firma ein besonderes Projekt der Liebenzeller Mission in Afrika. Bislang wurde der Bau eines Kindergartens mit Lieferung und Aufbau eines kleinen Stromcontainers und eines Tiefbrunnens unterstützt. Nun folgt für den geplanten Schulbau das bislang größte Hilfsprojekt: Ein Container mit modernster Solartechnik geht im April auf die Reise, denn mit dem Schulbetrieb wird sich der Strombedarf erhöhen. Die 20 Solarmodule auf dem Dach haben rund 17 Quadratmeter Fläche und können bis zu fünf Kilowatt Strom pro Stunde erzeugen. In Deutschland könnte man damit ein Einfamilienhaus versorgen. In Malawi wird mit dieser Strommenge jedoch nicht nur die Schule betrieben, sondern Energie für das ganze Dorf geliefert.

Harald Leitl erklärt die Notwendigkeit des erneutes Engagements: "Etwa 60 Kinder sind im bereits erbauten Kindergarten untergebracht. Aber ein weiterführendes Projekt fehlt bislang." Die nächste Schule sei zu weit entfernt, als das sie von kleineren Kindern erreicht werden kann. Deshalb müsse etwas getan werden, um den Anfangserfolg der Kindereinrichtung fortzuführen. Im Oktober 2012 wurde der Bau der geplanten Ubwenzi Junior Primary School genehmigt. Inzwischen ist das Fundament fertig gestellt.

Der Container wird auf dem Seeweg nach Malawi geracht und voraussichtlich im August im Dorf ankommen. Im September fliegt Harald Leitl nach Afrika, um den steckerfertigen Container wieder zusammen zu bauen. Der Wert dieser Sendung beträgt über 30.000 Euro. Die eingebauten Blei-Gel-Batterien müssen frühestens nach zehn Jahren gewechselt werden, der Rest hat eine Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren. Die moderne Speicher-Batterietechnik wird für einen autarken Betrieb sorgen. Die Aktion bringt Strom in eines der entlegensten Gebiete von Afrika und hat für Harald Leitl einen entscheidenden Vorteil: Viele Spender und Sponsoren haben das Projekt unterstützt, darunter Solarworld, SMA Solar Technology, Hoppecke, Gienger Marktschwaben und die Firma Dietrich Rau. "Bei uns kann sich jeder sicher sein, dass seine Spende komplett ankommt. Dafür verbürge ich mich", sagt Leitl.

Um vor Ort einen reibungslosen Ablauf zu garantieren, wird die gesamte Anlage am Firmensitz der Umwelttechnik bereits aufgebaut und probeweise in Betrieb genommen. Eine Spezialtechnik, die sonst hier kaum zu sehen ist, wie Harald Leitl verdeutlicht: "Diese Technologie wird hergestellt für Gebiete, in denen sonst nichts ist."

Selbst der Kauf von Ersatzteilen gestaltet sich vor Ort oft schwierig. Deshalb will Harald Leitl den Seecontainer optimal bestücken und denkt dabei auch an die Beigabe von manch nützlichem Detail: "Ich werde diesmal noch einen Brennspiegel mit auf die Reise schicken."

Der Stromcontainer ist am 15. und 16. März in Funktion zu erleben. Von 8 bis 18 Uhr können Besucher im Umweltcentrum für Haustechnik an der August-Bebel-Straße 99a Details zur Technik und zum Projekt erfahren.

 
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erschienen am 13.03.2013 ( Von Cristina Zehrfeld )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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