Auf insgesamt 22 Plätzen im Sportareal der TU München rollte der Ball. Im Hintergrund ist das Olympiastadion zu sehen.
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Stollberger sichern sich olympisches Silber bei Special Olympics
Fußballer der Lebenshilfe kamen auf Platz zwei
Stollberg/München. Mit einer Silbermedaille im Gepäck kommen am Samstagnachmittag die Fußballer der Lebenshilfe Stollberg von den Nationalen Spielen für Menschen mit geistiger Behinderung wieder aus München zurück. Bereits zum vierten Mal hatte sich das Team für die Special Olympics qualifiziert. Zweimal war es in Karlsruhe dabei, einmal in Bremen. Doch diesmal war die Veranstaltung für die Sportler noch attraktiver und spannender.
Aufregend war bereits die dreistündige Eröffnungsveranstaltung, an der unter anderem Bundespräsident Joachim Gauck und Sportidol Paul Breitner teilnahmen. Am Dienstag ging es für die Stollberger in die Vorrundenspiele. 96 Mannschaften aus ganz Deutschland waren im Kleinfeldfußball angetreten. Das waren mehr als doppelt so viele wie bei den bisherigen Special Olympics. In der Vorrunde wurden daraus 16 Staffeln mit vergleichbar starken Mannschaften gebildet, in denen dann um olympisches Edelmetall gekämpft wurde. 13 Spiele mussten die Erzgebirger absolvieren. "Das ist schon eine anspruchsvolle Größenordnung und bei teilweise über 30 Grad Celsius auch körperlich belastend", sagt Michael Siegel. Der Lebenshilfe-Werkstattleiter war als Betreuer mitgefahren.
Von den acht Vorrundenspielen gewannen die Stollberger vier, zwei gingen unentschieden aus und zweimal mussten sie sich geschlagen geben. In der Finalrunde fuhren die Athleten im Alter zwischen 21 und 53 Jahren drei Siege ein, erreichten ein Unentschieden und verloren einmal. Das reichte für Platz zwei.
Bei den vergangenen drei Meisterschaften hatten die Stollberger zwar in ihrer Klasse gewonnen. Trotzdem sehen sie die jetzige Platzierung als Erfolg: "In diesem Jahr hatten wir hier eine deutlich höhere Leistungsdichte. Insofern ist das Silber sogar höher einzuschätzen, als die bisherigen Siege. Für mich ist dieses Silber wie zweimal Gold in den letzten Jahren", sagt Trainer Steffen Mehlhorn, der selbst seit 20Jahren Fußball spielt und die Fußballer der Lebenshilfe seit fünf Jahren trainiert.
"Dazu gekommen bin ich durch meine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger, die ich zum Teil in der Lebenshilfe absolviert habe. Für mich steht bei der Trainerarbeit nicht die Behinderung der Spieler im Mittelpunkt, sondern der sportliche Aspekt", erzählt Mehlhorn. Die Leistung in München sei eine Bestätigung für die Mühe im Vorfeld. Betreuer Michael Siegel: "Unsere Teilnehmer sind schon wochenlang vorher aufgeregt und ganz stolz, dass sie hier mit dabei sind. Ohne die Unterstützung der Lebenshilfe-Chefin Barbara Hammer würde das alles gar nicht gehen."
Dabei dreht sich nicht nur alles um Platz und Sieg, sondern auch um gemeinsame Erlebnisse. Auch kulturell war München ein Highlight: Unter anderem besuchten die Stollberger das Olympiastadion, die Allianz-Arena und die Athletendisco. Für Trainer Steffen Mehlhorn hat der zweite Platz übrigens einen Vorteil: "So haben wir wieder einen echten Anreiz fürs nächste Mal."

