Begeisterten am Freitagabend in der Großolbersdorfer Kirche: Die Abiturienten des Dresdner Kreuzchores unter der Leitung von Friedmar Gröschel während ihres fast zweistündigen A-cappella-Konzertes.
Foto: Matthias Degen
Abiturienten des Kreuzchores begeistern in Großolbersdorf
Kruzianer machen auf ihrer Abschiedstournee Station in der Kirche des Ortes
Großolbersdorf. "Nun fanget an ein gut's Liedlein zu singen ..." - einen besseren Einstieg als mit Hans Leo Hasslers "Nun fanget an" hätte es für diesen Konzertabend nicht geben können. Und ein besonderer Abend sollte es werden, für die Großolbersdorfer, ihre Gäste und nicht zuletzt auch für Friedmar Gröschel. Denn unter der Leitung des gebürtigen Großolbersdorfers gastierte zum Wochenendauftakt am Freitagabend sein Abiturjahrgang des Dresdner Kreuzchores in der Kirche des Ortes.
Mit rund 150 Musikfreunden war das kleine Gotteshaus gut besucht, und mit "Schola crucis schola lucis" intonierten die 13 jungen Herren nicht nur die Hymne des Alumnats, sondern auch eine Hommage an den Erzgebirgskantor Rudolf Mauersberger. Geistlich geprägte Musik war es auch, die den ersten Teil des Konzertabends prägte. Dabei wurde der musikalische Bogen von Anton Bruckner über Johann Sebastian Bach und Ernst Julius Otto bis hin zu Felix Mendelssohn Bartholdy gespannt und so Literatur unterschiedlicher Musikepochen in das Repertoire einbezogen.
Nicht im musikalischen Gegensatz, sondern als perfekte Fortführung mit bekannten und damit umso beliebteren Songs begann nach einer kurzen Pause der zweite Teil des Abends, der zu Recht als weltlicher Part anmoderiert wurde. Dabei ging es mit John Phillips "California dreamin" von der Westküste der Vereinigten Staaten und schließlich mit Bartholdys türkischem Schenken-Lied in Richtung Orient. Für "Wochenend und Sonnenschein" von Milton Ager, Paul McCartneys "Yesterday" in einem Arrangement von Karl Hänsel und "Oh happy day", den bekannten Hit von Gospelikone Edwin Hawkins, gab es viel Beifall und Zustimmung.
Seit Jahren ist es guter Brauch, dass die Abiturienten des Dresdner Kreuzchores ihre Sommertournee mit der gleichen Selbstverständlichkeit absolvieren wie sie auch in der Kreuzkirche stehen oder in einem ungewohnten Konzertsaal. Zur Sommerreise gehört aber auch immer ein wenig Wehmut, denn das letzte Konzert der Tour ist für die Abiturienten stets auch ihr letztes Konzert nach neun Jahren, die der Kreuzchor sie geprägt hat. Mit einem selbsterarbeiteten und selbst organisierten Programm gehen sie deshalb auf ihre eigene Abschiedstournee, "Trip" genannt. Dabei geht es den Abiturienten in erster Linie darum, das Gelernte unter Beweis zu stellen und den gemeinschaftlichen Aspekt hervorzuheben. Denn die meisten der sechs Tenöre und gleichviel Bassstimmen kennen sich seit nunmehr neun Jahren, einige sogar noch länger, und so ist eine gemeinsame Konzertreise am Ende der durchlebten Zeit im Kreuzchor ein krönender Abschluss - für die Sänger und ihr Publikum.
Das Männerchorensemble der Abiturienten des Dresdner Kreuzchores ist in der gesamten Republik zwischen Hamburg und dem Allgäu zu hören. "In Großolbersdorf haben wir diesen musikalischen Leckerbissen zum ersten Mal", freute sich Dietmar Klemm, Kantor der Großolbersdorfer Kirchgemeinde, schon vor Konzertbeginn. Dass sich seine Erwartungen erfüllt haben, bestätigten auch die Gäste des Abiturientenkonzerts, die den sympathischen Sängern mit begeistertem Applaus zwei Zugaben abringen konnten.

