Techniker Matthias Beck stellt die Antennenanlage in Drebach derzeit auf digitale Empfangstechnik um.Foto: Thomas Fritzsch
Analoges Fernsehzeitalter in Drebach seit gestern Geschichte
Antennengemeinschaft schafft Platz für hochauflösendes TV
Zschopau. Das Zeitalter der analogen Fernsehübertragung ist in Drebach Geschichte. Zumindest aus der Antennendose der Gemeinschaftsanlage können die annähernd 700Kunden im Ortsteil Drebach seit gestern keine analogen Programme mehr empfangen. Matthias Beck, der die Technik des Vereins "Am Bluterberg" betreut, hat die Abschaltung vorgenommen, um auf dem Frequenzband Platz für neue digitale Angebote zu schaffen.
Für den 30. April hat die Landesmedienanstalt die Ausstrahlung weiterer Programme des öffentlich-rechtlichen Fernsehens im hochauflösenden HDTV-Format angekündigt. "Darunter befinden sich Phönix, Kika und 3-Sat, mehrere dritte Programme sowie die Spartensender ZDF Kultur, ZDF Info und ZDF Neo", erklärt Beck. Die Sender will er neben anderen HDTV-Programmen privater Anbieter ins Netz der Antennenanlage einspeisen. Platz hat Beck auf dem Frequenzband zudem für Radioprogramme reserviert, die künftig im digitalen Format "DAB+" gesendet werden.
Seitdem der Technik-Experte über den Wegfall der analogen Fernsehkanäle im Amtsblatt informiert hat, ruht bei Matthias Beck das Telefon nicht mehr. Trotzdem würden die Leute Verständnis aufbringen. "Auch wenn wir das analoge Fernsehen schon früher abstellen als das beim Satelliten-TV der Fall ist", sagt er. Ähnlich wie in Drebach soll am 3. Februar die Umstellung in Venusberg und am 16. Februar in Scharfenstein erfolgen.
Während die Antennengemeinschaften in der Krokusgemeinde voll auf das digitale Zeitalter setzen, bieten andere ihren Mitgliedern weiter herkömmliches Fernsehen im PAL-Format an. 35 Sender, die zum 30. April nur noch digital über Satellit zu empfangen sind, will beispielsweise die Antennengemeinschaft Grünhainichen/Borstendorf im Verwaltungsverband "Wildenstein" in analoge Signale umwandeln und ins Netz einspeisen. In den vier Verbandsgemeinden sind annähernd 1800 Haushalte verkabelt. "Wir haben bei uns viele ältere Leute mit alten Geräten. Etliche können sich keinen neuen Fernseher leisten", erläutert Peter Struck von der Antennengemeinschaft die Beweggründe für den moderaten Übergang ins digitale Zeitalter. Bis auf vier sollen die restlichen 31 analogen Programme ihre bisherigen Sendeplätze behalten, so dass an den Fernsehgeräten nichts verstellt werden muss. Bisher werden 47 analoge Programme eingespeist. Die Umstellung soll am 30. April erfolgen.
Auch die Antennengemeinschaft Hohndorf/Großolbersdorf/Hilmersdorf will von bisher 34 analog übertragenen Programmen 22 weiterhin einspeisen. "Die Digitaltechnik ist zwar die Zukunft, und es ist richtig, einen Schnitt zu machen. Andererseits gibt es in vielen Haushalten Zweitgeräte - etwa im Keller oder im Kinderzimmer, die noch nicht über Digitalempfang verfügen", macht Uwe Günther von der Antennengemeinschaft deutlich. Deren Stärke sieht er insbesondere darin, dass sie im Gegensatz zu kommerziellen Anbietern selbst über ihr Angebot bestimmen kann.
Fernsehgeräte älterer Bauart haben auch in Zschopau, Schlößchen und Unterweißbach noch nicht ausgedient. Jens Bachmann, Betreiber der Antennenanlage in diesem Gebiet, will über den 30. April hinaus 15 analoge Sender anbieten.


