Die Agrarprodukte Krumhermersdorf GmbH unter dem Dach der Bauernland AG - hier die Mitarbeiterinnen Ina Engel, Gudrun Jonat, Christine Henz und Ute Frenzel (von links) - erhielten im April das "Bronzene Band der Milch-Elite".
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Bauernland-Milch schmeckt nicht nur den Kälbchen
Gesamte Milchproduktion geht nach Niesky und wird dort zu Käse veredelt
Grossolbersdorf. Mit etwa 2300 Milchkühen in Hilmersdorf, Waldkirchen, Lauterbach und Großrückerswalde nimmt die Großolbersdorfer Bauernland Agrar AG einen Spitzenplatz unter den Milchproduzenten im Erzgebirgskreis und darüber hinaus sachsenweit ein. Allein im Milchgut Heinzebank, in dem mit 1400 die meisten Tiere gehalten werden, holen tagtäglich zwei Tankzüge rund 45 Tonnen Rohmilch zur Verarbeitung ab.
Das Erzeugnis, das die Stallanlagen verlässt, erfüllt dabei hohe Qualitätsanforderungen. Darauf ist Matthias Espig besonders stolz: Die der Erzeugergemeinschaft "Milchquelle" Chemnitz angeschlossenen Betriebe liefern nicht nur Milch der höchsten Güteklasse S, sondern zwei von ihnen dürfen sich sogar mit dem Band der Milch-Elite schmücken. "Das ist außergewöhnlich - eine Auszeichnung, die nur wenigen zuteil wird", sagt der Bauernland-Vorstandsvorsitzende.
Anwärter sind Betriebe, die Jahr für Jahr die Qualitätskriterien der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) erfüllen und dafür den "Großen Preis der Milcherzeuger" bekommen. Beispielsweise darf dazu die Liefermilch an keinem Tag die von der DLG festgelegten Grenzwerte - etwa für den Zell- und Keimgehalt - überschreiten. Wer den Preis fünf Jahre in Folge erhält, hat wie 2009 das Milchgut Heinzebank das "Weiße Band der Milch-Elite" sicher. Das bronzene Band für zehn Jahre herausragende Qualität erhielt im April die Agrarprodukte Krumhermersdorf GmbH unter dem Dach der Bauernland AG.
Aus Bauernland-Milch wird in Niesky Lausitzer Emmentaler.
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Doch Qualität ist nur die eine Seite - das, was die Bauern dafür am Markt gezahlt bekommen, eine ganz andere. Wenn es um Niedrigpreispolitik der großen Lebensmittel-Discounter geht, nimmt Matthias Espig kein Blatt vor den Mund: "Ich habe etwas dagegen, dass unsere Qualitätsprodukte bei Aldi, Lidl und Co. verramscht werden." Die Misere liegt in seinen Augen darin begründet, dass die Molkereien aufgrund ihrer Struktur mit den wenigen Einzelhandelsriesen nicht auf Augenhöhe verhandeln können und daher den Preis diktiert bekommen.
Die Bauernland AG hat indes einen Weg gefunden, damit ihr Erzeugnis nicht als billige Butter oder Trinkmilch in deutschen Warenregalen landet. Belieferte die Gesellschaft bis vor drei Jahren noch die Sachsenmilch-Molkerei der Müller-Unternehmensgruppe in Leppersdorf, so geht inzwischen die gesamte Produktion nach Olbernhau in einen Betriebsteil der Molkerei Niesky. In Olbernhau wird die Milch zu einem Konzentrat aufbereitet und anschließend in Niesky (Lausitz) unter anderem zu Emmentaler veredelt. Ein Großteil davon geht in den Export nach Russland. "Das kann sich jedoch auch schnell wieder ändern", räumt Matthias Espig ein. Bis vor einem Jahr wurde Bauernland-Milch noch zu Cheddar für die Schmelzkäseindustrie verarbeitet und gelangte so zur Fastfood-Restaurantkette Mc Donald's.
"Doch auch bei exportorientierten Molkereien bleibt ein Restrisiko", sagt Espig. Wenn etwa weniger Öl und Gas aus Russland eingeführt werden, wirke sich das auf den Lebensmittelfluss in die andere Richtung aus. Andererseits steht für ihn fest: "Wenn erst einmal weltweit nichts mehr geht, dann drückt ohnehin sämtliche Ware auf den deutschen Markt."

