Paul und Melanie aus Hilmersdorf haben sich mit Vater Mike und Großvater Horst Richter die Weihnachtsschau im Depot Pohl-Ströher in Gelenau angeschaut. Im Anschluss verweilten sie im "Café in der Puppenwelt". Deren Betreiberin Doreen Seidel ist die Inhaberin einer Bäckerei in Gelenau.
Foto: Thomas Fritzsch
Besucher begeistert von Schatzkammer
Im Gelenauer Haus mit dem weltgrößten Schwibbogen befindet sich eine Ausstellung zum Träumen
Gelenau. Über 2000 Gäste haben an den ersten beiden Adventswochenenden die Weihnachtsausstellung im Depot der Schweizer Mäzenin Erika Pohl-Ströher bereits gesehen, sagte Projektleiter Michael Schuster am Sonntag. Besucher staunten über außergewöhnliche Exponate, und die älteren unter ihnen wurden an die Kindheit erinnert.
"Es ist schön, dass so viele alte, handgefertigte Stücke aus dem Erzgebirge bewahrt werden", meinte Karin Neubert, die aus Lößnitz nach Gelenau gekommen war. In Aue wohnt Ute Seidel, sie freute sich, dass vieles aus ihrer Heimat gezeigt wird und verwies dabei auf den fast 6,50 langen Weihnachtsberg des Bernsbachers Walter Arnold. "Den Organisatoren kann ich eine geschickte Hand bescheinigen", lobte die Auerin.
Auch Sänger vom Burgstädter Männerchor "Einklang" hatten bei einer Ausfahrt Station in der Gelenauer Weihnachtsausstellung gemacht: "Die Fülle ist herrlich", waren sich Peter Zingel und Helmut Zschocke einig. "Die Ausstellung passt ins Erzgebirge. Es ist schön, dass Pyramiden, die über 100 Jahre alt sind, für alle zugänglich geworden sind", hob Sänger Zschocke weiter hervor. Versunken hatte Erika Scholz aus Dresden vor dem Bernsbacher Weihnachtsberg Platz genommen und betrachtete die vielen Figuren, die sich bewegten. "Ich könnte stundenlang hier sitzen", gestand die Besucherin.
"Das sind regelrecht Schätze, die in dem Depot bewahrt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden", urteilte Edgar Börner aus Marienberg. Und bei Angela Voigtmann wurden Erinnerungen wach: "Ich habe an meine Puppenstube gedacht. Hier wird man wieder zum Kind." Für Kathrin Wieland aus Gornsdorf ist die Annaberger "Manufaktur der Träume" das Allergrößte. Aber das Depot sei eine passende Ergänzung.
Wie Klöpplerinnen, Kunststickerin Monika Strohbach, der Zinnfigurenhersteller Kurt Wolf am Samstag, gab am Wochenende auch der Gelenauer Schnitzer Rolf-Peter Hempel in der Schau Einblick in sein Können: "Das ist gut für Gelenau, viele Touristen werden angelockt", sagte er. Wunderbar findet auch Anita Müller aus Burgstädt die Schau. "Die Puppenstuben mit historischen Handwerksberufen haben mir sehr gefallen", sagt sie bei einer Pause im Café inmitten der vielen Puppen. "Ganz, ganz begeistert", äußerten sich Inge und Werner Scheithauer aus Dorfchemnitz bei Sayda. "Da werden Kindheitsträume lebendig", sagte Werner Scheithauer. Als gebürtiger Gelenauer habe er eine Beziehung zu dem Haus, in dem sich früher die Strumpffabrik befand. Sein Vater hat hier gearbeitet und die Gelenauer Cousine, die beide begleitete, hatte in dieser Fabrik früher Strümpfe sortiert. "Ja, die Ausstellung ist empfehlenswert", bestätigte Bärbel Eppendorfer aus Eppendorf. Neben den Weihnachtsbaumständern, in denen sich gar Spieluhren drehen, hätten es ihr besonders die filigranen Deckenspinnen angetan.
Zu den allerersten Ausstellungsbesuchern gehörte Monika Eitler aus Bad Schlema, ihr Vater hat in den 50er-Jahren den größten Weihnachtsberg geschaffen. "Der Berg hat einen würdigen Platz gefunden. Die Ausstellung ist wunderschön", sagt sie. Sie will am 2. Weihnachtsfeiertag wieder kommen.
Die Weihnachtsausstellung im Gebäude am Gelenauer Emil-Werner-Weg 96 (nahe der B 95) bis zum 29. Januar immer freitags, samstags und sonntags von 10 bis 18Uhr (außer 24. Dezember) zu erleben. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro.


