Wer zu schnell fährt, muss zahlen: Der nicht ganz ernst gemeinte Beitrag mit ernsthaftem Hintergrund von B-174-Anwohnern zur 625-Jahrfeier.
Foto: T. Fritzsch
Blitzer-Attrappe löst bei manchem Autofahrer Schrecksekunde aus
Anwohner an der B 174 erregen Aufmerksamkeit
Grossolbersdorf. Blitzeralarm auf der B 174 in Großolbersdorf: Ein an der Ortsdurchfahrt - Tempolimit 50 Kilometer pro Stunde - aufgestellter "Starenkasten" hat am Montag bei manchem Kraftfahrer eine Schrecksekunde ausgelöst, wie Autofahrer bestätigten. Zumal in dem Kasten tatsächlich das Blitzlicht einer Baustellenlampe zuckte. Allerdings erkannten die Kraftfahrer schnell, dass es sich um eine Attrappe handelt.
Antje und Uwe Haselbach haben das Modell zur 625-Jahrfeier gebastelt und am Straßenrand vor ihrem Wohnhaus aufgestellt. "Etwas Ähnliches sahen wir vor Jahren zum Pobershauer Bergfest und fanden, das würde auch an unserer viel befahrenen Straße gut passen", berichtet die Großolbersdorferin. "Auf der anderen Seite möchten wir darauf aufmerksam machen, dass hier eine Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometer pro Stunde gilt", fügt die Mutter zweier Kinder hinzu. Sie vertritt die Ansicht, dass bei den Geschwindigkeiten, die an dieser Stelle zum Teil gefahren werden, ihre Sprösslinge selbst auf dem Fußweg nicht mehr sicher sind: "Es macht einen Unterschied, ob mit 50 Kilometer pro Stunde, mit 70 oder gar mit 80 durch die Ortschaft gefahren wird."
Interesse für das "Blitzlichtgewitter" zeigten am Montag ebenso die Ordnungshüter aus dem benachbarten Polizeirevier in Marienberg. Dass ihnen die Großolbersdorfer Bundesstraßen-Anwohner Konkurrenz machen, beeindruckte die Ordnungshüter allerdings wenig. Frank Fischer, Pressesprecher der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge, kam denn auch zu dem Schluss: "Die Anlage hat keinen Einfluss auf den Fahrzeugverkehr. Es ist erkennbar, dass es sich nicht um eine Geschwindigkeitsmessanlage handelt. Von unserer Seite gibt es keine Bedenken."
Indessen freuen sich Antje und Uwe Haselbach über die Aufmerksamkeit, die ihre Bastelei im Ort erregt. "Den ,Starenkasten' haben wir im Internet bestellt, das Licht hat mein Mann selbst eingebaut. Die Figur stellte die Gemeinde als unbekleideten Rohling für fünf Euro zur Verfügung", erklärt Antje Haselbach. Die Idee findet auch Schwiegervater Gottfried Haselbach gut. "Einige Fahrer sind auf die Bremse getreten, weil das Licht geflackert hat. Ich würde das Männchen am liebsten stehen lassen, denn hier wurde lange nicht mehr geblitzt. Wünschen würde ich mir eine Umgehungsstraße. Denn das Schlimmste für mich sind die Lkw, die Tag und Nacht durchfahren. Es herrscht einfach zu keiner Zeit Ruhe."


