Borstendorf plant einen Schachwanderweg

Kommune soll damit ein individuelles Gesicht erhalten - 16 Schachfiguren an markanten Punkten rings um den Ort vorgesehen

Borstendorf. Borstendorf. Den Entwurf eines Schachwanderweges rings um Borstendorf hat auf der jüngsten Gemeinderatssitzung Bürgermeisterin Christel Rothamel vorgestellt. An markanten Punkten des Weges könnten 16 Schachfiguren aufgestellt werden. Die Wanderroute soll den Ort und seine Tradition bekannter machen.

Vorgeschichte

2009 hat sich Borstendorf mit 30 weiteren Kommunen für die Initiative des sächsischen Umweltministeriums "Sachsens Erlebnisdörfer" beworben. Damit sollten ausgewählte Orte bei ihrer touristischen Profilierung und Vermarktung unterstützt werden. Borstendorf hatte sich mit dem Thema Schachdorf vorgestellt. Die Gemeinde wurde im sächsischen Wettbewerb zwar nicht zum Pilotprojekt auserkoren. Trotzdem sind die Pläne in Borstendorf nicht in der Schublade verschwunden, sondern wurden für die Idee eines Schachwanderwegs weiterentwickelt.

Hintergrund

Der Ort hat eine einmalige Tradition in der Herstellung von Schachbrettern und -figuren. 1871 brachten einheimische Händler von der Leipziger Messe Aufträge für die Schachbrettproduktion mit. Damit wurde Borstendorf zum wohl weltweit wichtigsten Hersteller von Schachbrettern. Der Ort war ebenso die erste Gemeinde in Europa, die auf ihrem Poststempel ein Schachbrett mit König hatte. Der Schachunterricht wurde 1937 als Pflichtfach in der Schule eingeführt. Der Ort beteiligte sich mit eigenen Ausstellungen an der Schacholympiade 1960 in Leipzig.

Anliegen

Ein Wanderweg mit aufgestellten Schachfiguren soll an diese Tradition als Schachdorf erinnern und Borstendorf dadurch eine unverwechselbare Identität bekommen, sagt Bürgermeisterin Christel Rothamel: "Unser Dorf kann so ein Gesicht erhalten". Zugleich sollen damit Sehenswürdigkeiten des Ortes bekannter gemacht und Touristen in das Schachdorf gelockt werden.

Finanzierung

Da es mit dem Themendorf nicht geklappt hat, bewarb sich die Gemeinde um einen Zuschuss aus dem Fördertopf der Integrierten Ländlichen Entwicklung im Verein Augustusburger Land. Es gab bereits ein positives Signal vom Regionalmanagement. Der Bewilligungsbescheid stehe jedoch noch aus, so Christel Rothamel. Zur Gemeinderatssitzung wurde sichtbar, dass noch etliche bürokratische Hürden zu nehmen sind. Beantragt wurden 28.500 Euro, davon ist die größte Summe für den Bau eines Parkplatzes mit Pavillon am Vereinshaus vorgesehen.

Die Treppe für ein Gebäude, in dem sich später eine Schachausstellung befinden soll, müsse ebenso mit diesen Mitteln in Stand gesetzt werden. Es würden zudem Wanderwege in Ordnung gebracht, Bänke aufgestellt und Wegweiser angefertigt. Nicht zuletzt sollen mit dem beantragten Geld auch 16 Schachfiguren rustikal aus Holzstücken mit einer Kettensäge herausgeschnitten werden. Mittlerweile gibt es erste Überlegungen, dass sich Borstendorf damit im neu gestarteten Projekt "Urlaub in sächsischen Dörfern" bewerben will.

Projekt

Bisher habe die Gemeinde noch kein Geld für das Vorhaben ausgegeben: Das Projekt wurde laut Bürgermeisterin von Langzeitarbeitslosen ehrenamtlich innerhalb einer Maßnahme des Förderprogramms "Lokales Kapital für soziale Zwecke" ausgearbeitet und stehe als Vortrag zur Verfügung. Erste Abstimmungen und Gespräche gebe es mit der Bahn-AG, der Agrar-Produktion Leubsdorf, dem Revierförster und dem Gebietswegewart.

Führung

Touristen könnten auf dem Wanderweg über GPS (Global Positioning System - eine Navigationsmöglichkeit zur Positionsbestimmung) geführt werden. Auch da gebe es bereits ein Angebot eines Unternehmens, sagt die Ortschefin dem Gemeinderat.

 
erschienen am 21.07.2010 ( Von Gudrun Müller )
 
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