Handgefertigte Stück aus dem Erzgebirge, wohin das Auge schaut. Bevor die Ausstellung im Depot Pohl-Ströher ihre Türen schloss, schauten noch einmal knapp 1000 Besucher vorbei.
Foto: Fabian Mattern
Erzgebirger und ihre Gäste scheinen von Weihnachten nicht genug zu bekommen
Viele Besucher schauten zum Abschluss von drei Ausstellungen im Zschopauer Raum vorbei
Gelenau/Krumhermersdorf/Borstendorf. Drei Weihnachts- beziehungsweise Schnitzausstellungen hatten am Wochenende letztmalig ihren Türen geöffnet. Während sich die Organisatoren in Borstendorf und Krumhermersdorf in den zurückliegenden Wochen einige Besucher mehr gewünscht hätten, sind in Gelenau die Erwartungen übertroffen worden.
Depot Pohl-Ströher Gelenau
Allein am Wochenende haben knapp 1000 Neugierige die Weihnachtsausstellung im Depot der Schweizer Mäzenin Erika Pohl-Ströher besucht. Sammlungsbetreuer Eckart Holler zufolge sahen bis zum letzten Tag reichlich 10.300 Gäste die auf drei Etagen der ehemaligen Strumpffabrik gezeigten Exponate - darunter 800 Puppen und Teddybären, 170 Pyramiden und 450 Weihnachtsbaumständer.
Das Konzept ging laut Projektleiter Michael Schuster auf: "Wir haben uns nicht etwa nur auf Pyramiden oder Weihnachtsbaumständer konzentriert, sondern die Exponate breit gestreut. Das wurde vom Publikum honoriert. Viele Besucher waren überrascht, dass sie in der dritten Etage mit der Puppen-Sammlung eine weitere Attraktion und zudem mittendrin unser Café fanden."
In den kommenden Tagen werden die Sammlerstücke zum Teil wieder in die Regale zurückgestellt. Nur wenige Wochen bleiben Schuster und seinen Mitstreitern Zeit, die am 17. März öffnende Osterausstellung vorzubereiten. Im Mittelpunkt stehen dann neben 1000 Schmuck- und Künstlereiern aus der Pohl-Ströherschen Sammlung zwei Sonderausstellungen. Die eine zeigt 250 vogtländische Ostereier der Designerin Anneliese Spitzner, die jahrelang für die Unternehmen Plauener Gardine und Plauener Spitze tätig war. Ihre Entwürfe hat sie nun mit Tusche auf Eier umgesetzt. Ergänzt wird die Osterausstellung mit einer Sonderschau von 30 historischen Kinderfahrzeugen, die Sammlungsbetreuer Eckart Holler bereitstellt.
Vereinsheim Krumhermersdorf
In Krumhermersdorf haben die Mitglieder des Schnitzvereins versucht, das Niveau der Schau dem Zeitgeist anzupassen. Das ist laut Vereinschef Matthias Rochlitzer gelungen: "Zur Gestaltung haben wir viel Lob erfahren. Allerdings erwarteten wir noch ein paar Besucher mehr." 400 waren es am Wochenende. Die Ausstellung habe trotzdem viel Spaß bereitet. "Wir saßen jeden Abend zusammen. Das fördert den Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl", resümiert der Vereinsvorsitzende einen weiteren positiven Aspekt.
Schnitzausstellung Borstendorf
"Der Aufwand hat sich für uns gelohnt, auch wenn es ein paar Besucher hätten mehr sein können", sagt Matthias Aurich, stellvertretender Vorsitzender des Schnitzvereins Borstendorf. Er ist aber dennoch zufrieden. Während der einwöchigen Öffnungszeit haben etwa 4500 Besucher die Ausstellung gesehen. Samstag und Sonntag kamen nochmals 1400.
Die Schau fand zum zweiten Mal in der ehemaligen Schule statt. Aurich spricht von durchweg positiven Kommentaren. "Gut angekommen ist die thematische Trennung zwischen Klöppelarbeiten, Märchenbergen und Schnitzereinen. Früher war das im Kulturhaus vielleicht etwas unübersichtlich", vermutet Aurich. Für die nächste Ausstellung hat er sich zum Ziel gesetzt, das Ganze jungen Leuten noch etwas schmackhafter zu machen: "Einer Schnitz- und Bastelausstellung haftet oft ein angestaubtes Image an. Wenn dann doch jüngeres Publikum vorbeischaut, ist die Überraschung groß, dass dem nicht so ist." Annähernd 400 Exponate waren zu sehen, darunter auch filigrane Arbeiten der Borstendorfer Klöpplerinnen. Besonders freut sich Matthias Aurich, dass die Schnitzer nun eine Vereinshymne haben, die der Leiter der Kinderschnitzgruppe, Wolfgang Wagner, und Dieter Fritzsche vorstellten.


