Freibad: Stadt Zschopau legt Liste mit Sparvorschlägen vor
Verwaltung rechnet mit jährlichen Kosten von 445.200 Euro
Zschopau. Welche Ausgaben mit der Sanierung des Zschopauer Freibades auf die Stadt zukommen könnten, hat die Verwaltung inzwischen durchgerechnet und den Ratsmitgliedern zusammen mit einer Liste möglicher Sparmaßnahmen vorgelegt. Denn am Mittwoch soll das Gremium einen Bürgerentscheid auf den Weg bringen, der die umstrittene Sanierung der Freizeitstätte im Umfang von etwa 2,3 Millionen Euro beinhaltet. Sollte das Projekt umgesetzt werden, wird im Rathaus mit jährlichen Kosten von mehr als 465.000 Euro gerechnet. Neben Ausgaben für Personal und Betriebskosten beinhaltet die Summe knapp 165.200 Euro für Zins und Tilgung des Millionenkredits. Demgegenüber sollen Eintrittsgelder 20.000 Euro einspielen.
Um die Differenz von 445.200 Euro zu kompensieren, zeigt die Verwaltung Möglichkeiten auf, an welcher Stelle der Rotstift angesetzt werden könnte. Zu den zur Disposition stehenden Investitionen bis 2015 zählen eine neue Drehleiter für die Zschopauer Feuerwehr (300.000 Euro), die Erneuerung der Stadtmauer (10.000), der Ausbau von Philipp-Müller-, Mozart- (288.000) und Lessingstraße (220.000) sowie die Modernisierung der Straßenbeleuchtung in der Südvorstadt und in Krumhermersdorf (50.000). Potenzial zum Sparen sieht die Stadt ebenso bei Zuschüssen für Vereine, soziale Einrichtungen und für die Jugendarbeit.
Zudem könnte der vom Gesetzgeber zulässige Spielraum beim Bemessen der Beiträge für Kindergarten, -krippe und -hort ausgereizt werden. Für Eltern wäre das mit monatlichen Mehrkosten zwischen 9 und 26 Euro verbunden. Weiter denkt die Stadt an die Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuern um 30 Prozent sowie den Wegfall des kostenfreien Parkens und höhere Parkgebühren nach.
"Wenn dieser Beschluss so umgesetzt werden sollte, dann sehe ich den Haushalt gefährdet", sagt Jörg Tausch. Der Krumhermersdorfer Ortsvorsteher hatte schon im März angesichts des von der Bürgerinitiative (BI) "Freibad Zschopau" angestrengen Bürgerentscheids moniert, dass sich die Stadt keine zwei Freibäder - in Krumhermersdorf und in Zschopau - leisten könne. "Wir müssen bis hin zu Pflichtaufgaben Einsparungen vornehmen", spielt er auf die in der Streichliste aufgeführte Ersatzbeschaffung einer Drehleiter für die Wehr an. Tausch: "Meiner Ansicht nach kollidiert der Beschluss mit der Gemeindeordnung. Denn damit könnte der Stadt am Ende Schaden entstehen."
Anders wertet Frank Heyde an der Spitze der BI das Zahlenmaterial. "Es bestätigt einmal mehr: Die Verwaltung will dieses Bad nicht und kämpft mit allen Mitteln gegen die Wiedereröffnung", kommentiert er auf der BI-Homepage. Die Verwaltung solle Berechnungen über Ausgaben und Einnahmen zum Schloss, zum Freibad Krumhermersdorf, zur neuen Schwimmhalle und zum Alten Rathaus schnellstmöglich nachreichen, fordert Heyde. Das sei notwendig, um die vorliegenden Zahlen objektiv beurteilen zu können.
Service
Stadtrat: Die Sitzung im Grünen Saal von Schloss Wildeck beginnt am Mittwoch um 18 Uhr.

