Christina Scheer gab am Samstag Unterlagen für den neuen Personalausweis in der Meldestelle Gelenau bei Mitarbeiterin Ines Lange ab.
Foto: Heiko Neubert
Gelenauer Rathaus öffnet auch samstags
Das Angebot bewährt sich - In anderen Orten sieht man das anders
Gelenau. Samstags ins Rathaus? In Gelenau kann man seit Mai am ersten Sonnabend im Monat Ausweis, Pass, Gewerbeschein oder Wohngeld beantragen, ebenso den Wohnsitz ummelden. 10 bis 15 Bürger nutzten bisher pro Öffnung den Service, nur 6 waren es diesmal. "Etwas weniger wohl durch die Urlaubszeit", sagte Ines Lange, Mitarbeiterin im Meldeamt, am Samstagmittag. Unter den sechs Leuten war Christina Scheer: "Ich findet es gut, dass die Meldestelle samstags auf hat. Prima Service." Die Gemeinde will Einwohnern entgegenkommen, die berufsbedingt wochentags nichts erledigen können. Nach einigen Monaten soll die Nutzung des Angebotes geprüft werden, kündigte Bürgermeister Reinhard Penzis (CDU) an.
In Zschopau dagegen findet der Bürger samstags nur dann offene Tür vor, wenn vorher dafür extra ein Termin vereinbart wird, sagt Uwe Gahut, Leiter des Hauptamtes. Das werde allerdings in ganz wenigen Ausnahmefällen beansprucht. In Thum dagegen hat sich die Samstagsöffnung sogar zweimal im Monat seit 2010 bewährt. "Das Angebot wird von Pendlern gut genutzt. Wir sitzen nicht umsonst samstags im Rathaus ", sagte Bianka Dechanet, Sachgebietsleiterin Bürgerservice.
Keine Samstagsöffnung gibt es im Verwaltungsverband "Wilden-stein", bisher sehe man keinen Bedarf. "Denn wir kommen Bürgern schon entgegen, indem wir Anliegen bei Bedarf auch außerhalb der Öffnungszeit bearbeiten. Wir sind ziemlich flexibel", sagt Verbandsvorsitzender Eckhard Börner. "Es gibt keine Notwendigkeit, das Gewerbeamt am Samstag zu öffnen", so Henry Freund, Bürgermeister von Großolbersdorf. Das Meldewesen werde in Drebach miterledigt. "Wenn sich Einwohner melden, die nur samstags kommen können, sammeln wir zwei, drei derartige Anfragen und öffnen dann an einem Samstag", erläutert Bürgermeister Jens Haustein (Mandat CDU). Es gebe zudem eine fliegende Meldebehörde: Bürger, die schlecht laufen können, werden daheim aufgesucht. In Amtsberg habe man über Samstagsöffnung schon einmal nachgedacht, sagt Hauptamtsleiter Jörg Haase: "Aber die Nachfrage war bislang nicht groß."

