Leon, Lenny und Jasmin (von links) fühlen sich offenbar wohl in der Kita "Mäuseburg" in Waldkirchen. Zu den Investitionen der Gemeinde in die Einrichtung gehören auch neue Sanitäranlagen. Grundstück und Haus fordert ein Erbe des früheren Besitzers zurück. Leon, Lenny und Jasmin (von links) fühlen sich offenbar wohl in der Kita "Mäuseburg" in Waldkirchen. Zu den Investitionen der Gemeinde in die Einrichtung gehören auch neue Sanitäranlagen. Grundstück und Haus fordert ein Erbe des früheren Besitzers zurück.

Foto: Thomas Fritzsch

Gemeinde kämpft um die Waldkirchener Kindertagesstätte

Erbe fordert mit einer Klage vor dem Verwaltungsgericht das Grundstück der "Mäuseburg" zurück

Waldkirchen. Die Gemeinde Grünhainichen will mit aller Kraft dazu beitragen, die Rückübertragung des Grundstückes, auf dem sich die Kindertagesstätte im Ortsteil Waldkirchen befindet, zu verhindern. Das war Tenor der Sitzung des Gemeinderates am Donnerstagabend in Waldkirchen. Denn ein Erbe klagt seit Mai gegen den 2011 vom Chemnitzer Amt für offene Vermögensfragen erlassenen Bescheid, mit dem die Rückübertragung des Grundstückes an der Dorfstraße 51 abgelehnt wird.

Das auf der Fläche befindliche Gebäude wurde 1905 als Wohngebäude errichtet und wird seit 59 Jahren als Kindergarten genutzt. Mit der Ablehnung war zudem über die Höhe einer Ausgleichszahlung entschieden worden. Das hatte damals eine Sprecherin der Chemnitzer Stadtverwaltung mitgeteilt. Die Erben hatten gegen den Bescheid Widerspruch eingelegt. Den hatte im April die Landesdirektion Dresden zurückgewiesen. Die Gemeinde ist als so genannter Beigeladene im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Chemnitz beteiligt, da Grünhainichener Interessen berührt werden. Die Gemeinde kann Stellungnahmen abgeben und Akteneinsicht wahrnehmen.

Im Beisein einiger Eltern, deren Kinder in der "Mäuseburg" betreut werden, fielen in der Ratssitzung drastische Worte: "Es ist makaber, gegen eine Kindereinrichtung zu klagen", äußerte Eckhard Börner, Vorsitzender des Verwaltungsverbandes "Wildenstein", eine ganz persönliche Meinung. Als infam bezeichnete Gemeinderat Siegfried Graebner, dass sich einer, der sich Jahrzehnte nicht gekümmert habe, der Einrichtung den Boden unter den Füßen wegziehen wolle.

Für Gunnar Ullmann (CDU) ist die Sache ein "dicker Hund". Gunther Kaden, früherer Bürgermeister in Waldkirchen, verwies auf die Investitionen in der Kita. Denn bereits in der damaligen Stellungnahme für die Widerspruchsbehörde hatte die Verwaltung aufmerksam gemacht, dass die Gemeinde das Gebäude 1982 komplett erneuert hat, die damals einbaute Heizung ist 1991 modernisiert worden und das Dach 2010 neu gedeckt. Auch ein Anbau erfolgte.

Die Räte waren sich einig, dass das Grundstück komplett für die Kita erhalten werden muss. Auch eine Teilfläche könne nicht reprivatisiert werden. "Dann damit wäre keine Zufahrt mehr möglich. Das Konzept verlangt zudem die Gesamtfläche", betonte Bürgermeister Klaus Höppe. Die "Mäuseburg" war als eine der drei schönsten sächsischen Kita-Gartenanlagen 2009 von Sozialministerin Christine Clauß ausgezeichnet worden.

Manja Wagner, Mutter zwei Kinder, sagte ebenso, dass die Fläche komplett benötigt werde, damit Kinder sie gestalten und sich austoben könnten. Auf die Frage eines Vaters sagte Höppe, dass der Zustand des Kindergartens nicht eingefroren werde: "Wir reparieren, was erforderlich ist und investieren, wenn nötig, in Ausrüstung und Spielgeräte." Mit einer Verhandlung sei 2012 eher nicht mehr zu rechnen, sagte am Freitag Wolfgang Siewert, Verwaltungsgerichtssprecher.

 
erschienen am 17.08.2012 ( Von Gudrun Müller )
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