Kita "Knirpsenland" Die drei- bis sechsjährigen Steppkes der Kita "Knirpsenland" in Weißbach, Sid, Lucy, Lotte, Jamie, Anna-Sophie, Marc, Selwa und Lucy (von links), hatten am Montag beim Steckspiel viel Spaß. In den kommunalen Einrichtungen der Gemeinde Amtsberg in Weißbach und Dittersdorf sind derzeit 22 Erzieherinnen beschäftigt. Zur Jahrtausendwende waren es laut Bürgermeister Krause elf. "Eine Ursache für diesen Bedarf sind die Häuslebauer, die mit ihren Familien zu uns gezogen sind", so Krause. Hinzu kommt die von einem Verein getragene Kita in Schlößchen, in der seit 2009 vier Erzieherinnen arbeiten.

Foto: Thomas Fritzsch

Häuslebauer machen Amtsberg jünger

Neue Einwohner lassen Schulden der Gemeinde schrumpfen

Amtsberg. Baugrundstücke in der Gemeinde Amtsberg gehen weg wie warme Semmeln. In nahezu jeder Sitzung 2011 haben die Gemeinderäte dem Verkauf eines Grundstückes zugestimmt. Das Areal im Ortsteil Weißbach ist das einzige Eigenheimgebiet in der Kommune, das noch freie Bauflächen aufweist.

Seit Herbst ist laut Bürgermeister Sylvio Krause (CDU) auch die letzte freie Fläche im Baugebiet in Vorderschlösschen vergeben. Schon seit Jahren sind die Eigenheimareale "Südhang" und "Frenzelberg" in Dittersdorf sowie die "Gerichtswiese" in Weißbach voll belegt. Auch im "Eichelberg" wird es langsam knapp. Dort können noch etwa 25 Eigenheime errichtet werden. Kürzlich war der Verwaltungsleiter mit einem Häuslebauer beim Notar, um den Kaufvertrag für ein Grundstück zu unterschreiben. Mit weiteren Interessenten gebe es Verhandlungen.

Mehr Einwohner - mehr Geld

Rund 1,3 Millionen Euro Schulden hat die Gemeinde für Kauf und Erschließung der Baufläche in Weißbach angehäuft. "Die Erlöse aus den Grundstücksverkäufen werden die Summe nahezu decken. Minus macht die Gemeinde dabei nicht", ist Krause überzeugt. Allein in den rund 40 Häusern im "Eichelberg" wohnen etwa 160 Menschen. Jeder von ihnen bringt der Gemeinde jährlich 600 bis 700 Euro Einnahmen. In der gesamten Gemeinde entstanden seit der Wende mehr als 200 Eigenheime. Mit ihnen seien etwa 600 neue Einwohner in die Kommune gekommen. "Im Vergleich zu 1994, als sich die drei Ortsteile zu Amtsberg vereinigten, haben wir jetzt 150 Einwohner mehr", rechnet der Bürgermeister vor.

Trotzdem sinkt die Gesamteinwohnerzahl auch in Amtsberg. Jedoch, so sagen die Zahlen, deutlich geringer als im Kreis. Während die Kommunen des jetzigen Erzgebirgskreises laut Sächsischer Gemeindestatistik seit Ende 1989 fast ein Viertel der Einwohner verloren, waren es in den zu Amtsberg gehörenden Orten nur 4,6 Prozent. "Und die Einwohner sorgen dafür, dass Kindereinrichtungen und Grundschule gut besucht sind", nennt der Verwaltungsleiter einen weiteren positiven Aspekt der regen Bautätigkeit. 2009 eröffnete eine neue Kita in Schlößchen, die Einrichtung war innerhalb kurzer Zeit ausgelastet.

Wenig verloren

Nur wenige Gemeinden im Erzgebirgskreis verloren von 1989 bis Ende September 2011 weniger Einwohner als Amtsberg. Das benachbarte Gornau konnte seine Einwohnerzahl sogar steigern, um 10,5 Prozent. Auch hier, in unmittelbarer Nähe zu Chemnitz, entstanden Eigenheimgebiete. Bernsbach bei Aue gewann gut 3 Prozent Bürger hinzu, Neukirchen 1 Prozent.

Und die Amtsberger Einwohner sind mit einem Durchschnittsalter von 45,2 Jahren (Stand 31. Dezember 2010) laut Krause nicht nur jünger als die Bevölkerung im Erzgebirgskreis (2010 47,1 Jahre), sondern auch die im gesamten Freistaat (46,2 Jahre). In der Alterspyramide im Kreis ist Amtsberg die achtjüngste Kommune. Am "jüngsten" sind mit 43,7Jahren die Bewohner von Königswalde bei Annaberg, aber auch die Drebacher Bürgerschaft liegt mit durchschnittlich 44,5 Jahren unter dem Durchschnitt.

Sylvio Krause erinnert sich in diesem Zusammenhang an einen Besuch in einer Gemeinde in Nordbayern vor einigen Jahren. Damals habe man davon gesprochen, Prioritäten eher auf Wohn- als auf Gewerbegebiete zu setzen. Grund dafür waren die Steuern. Denn jede Gemeinde erhält, gemessen an den Einkünften ihrer Einwohner, einen Anteil der Einkommenssteuer vom Land. "Und die Höhe der Einkommenssteueranteile ist relativ konstant, während die Gewerbesteuer eine recht unsichere Größe ist", weiß Krause. Auch deshalb ist er schon dabei, sich Gedanken für neue Bauflächen zu machen: "Langfristig müssen wir daran denken." Im Flächennutzungsplan seien entsprechende Areale schon ausgewiesen. Sie gehören jedoch nicht der Gemeinde, und es gibt dafür auch noch keinen Bauplan.

 
erschienen am 16.01.2012 ( Von Sandra Häfner )
 
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