Hohe Hürden bei Eigenheimbau in Drebach
Viele Einwände gegen Eigenheime im Außenbereich eines Landschaftsschutzgebiet
Drebach. Welche Schwierigkeiten es bereitet, zwei Eigenheime im Außenbereich in einem Landschaftsschutzgebiet zu errichten, bekommt derzeit die Gemeinde Drebach zu spüren. "Die Familien wollten bauen, durften aber nicht", erinnert sich Volker Helbig, Sachgebietsleiter Hoch- und Tiefbau in der Drebacher Gemeindeverwaltung. Er beschäftigt sich seit fast einem Jahr mit dieser Angelegenheit.
Bevor der erste Spatenstich erfolgen kann, muss die Gemeinde ein Regelwerk mit einem monströsem Namen beschließen: "Satzung über die Einbeziehung einzelner Außenbereichsgrundstücke zur Ergänzung der im Zusammenhang bebauten Ortslage Drebach." Um das Papier im Gemeinderat beschließen zu können, musste die Verwaltung Behörden, Ämter, benachbarte Gemeinden und Verbände über das Vorhaben informieren und befragen - die sogenannte Anhörung öffentlicher Träger vornehmen. Fünf Träger dieser öffentlichen Interessen haben daraufhin Einwände gegen den Bau erhoben.
So erklärte beispielsweise die Landesdirektion Sachsen, dass der Bedarf zur Errichtung eines der Häuser an der gewünschten Stelle nicht ausreichend nachgewiesen sei. Und schlug als Eigenheimstandort stattdessen das Bebauungsgebiet "Erlengrund" in Venusberg vor. "Wir haben der Behörde erklärt, dass es sich bei dem Grundstück, auf dem gebaut werden soll, um Familienbesitz handelt. Dort steht auch schon ein Haus", machte Volker Helbig die Bemühungen der Gemeinde deutlich.
Bedingungen zu den Bauvorhaben stellt auch das Landesamt für Archäologie in Dresden. Es erklärte in seinem Einwand, dass Drebach als archäologisches Siedlungsgebiet eingestuft ist. Die Bauherren würden darauf hingewiesen, dass mögliche Bodenfunde zu melden seien, berichtete Volker Helbig. Auch der Naturschutzbund Deutschland, der Bund Sachsen sowie die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald sieht die Arbeiten zur Eigenheimerrichtung eher mit Sorge.
Die Gemeinderäte sehen das anders. Sie lehnten in ihrer jüngsten Sitzung alle Einwände der Behörden einstimmig ab. Die Unterlagen liegen nun bei der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt, die sich mit der Ausgliederung der Bauflächen befasst, so Volker Helbig. Ob die Häuslebauer aber noch 2012 tätig werden können, sei sehr unsicher.
Bürgermeister Jens Haustein (Mandat CDU) schüttelt über so viel Aufwand, der neben Zeit auch Arbeitskräfte benötigt, den Kopf. Zumal die Eigenheime in unmittelbarer Umgebung zur bestehenden Bebauung errichtet werden sollen.

