Schneeschippen-Rodler Auf dem Zschopauer Skihang unternahmen schon am Donnerstag einige potenzielle Schneeschippen-Rodel-WM-Teilnehmer erste Rutschversuche. Im Hintergrund präsentiert Frank Münzner, der Schatzmeister des SV Nordisch/Alpine Zschopau, den heiß begehrten Wanderpokal.

Foto: Thomas Fritzsch

Inoffizieller WM-Auftakt wird am Zschopenberg vollzogen

Bei der 3. Schneeschippen-Rodel-WM geht es in erster Linie um den Spaß

Zschopau. Als die 3. Schneeschippen-Rodel-WM im Januar mangels Schnee abgesagt werden musste, herrschte beim SV Nordisch/Alpine Zschopau Ernüchterung. Mittlerweile sind die Organisatoren voller Euphorie. Die Verlegung auf den kommenden Sonntag erwies sich als Volltreffer. Nicht nur, dass die Schneekanonen dank der Kälte am Zschopenberg eine ausreichend dicke weiße Decke geschaffen haben. Der Termin passt zudem perfekt in den Wintersport-Kalender.

Ab Montag machen die besten Rennrodler der Welt in Altenberg die Meister unter sich aus. Der außergewöhnliche Wettstreit auf dem Skihang der Motorradstadt kann daher als inoffizieller Auftakt der Rodel-WM bezeichnet werden. "Das ist Zufall", erklärt Heiko Stordel. Der Vorsitzende des SV Nordisch/Alpine, der nach den 25 Teilnehmern im Vorjahr diesmal auf bis zu 50 Konkurrenten hofft, wird wohl auf Profis im Teilnehmerfeld verzichten müssen. Stars wie Tatjana Hüfner und Felix Loch hatte er aber ohnehin nicht auf dem Zettel: "Das ist ein absoluter Gaudi-Wettkampf, bei dem jeder mitmischen kann."

Wenn es auf Schneeschippen einen Hang hinabgeht, dann kann nur der Spaß im Vordergrund stehen. Etwa 200 Meter haben die Teilnehmer zu bewältigen, gespickt mit zwei oder drei Anliegerkurven. "Wir haben die Piste schon grob im Kopf, werden aber erst am späten Samstagnachmittag mit dem Aufbau beginnen", erläutert Stordel: "Das wird bis in die Nacht hinein dauern." Zwar können sich Interessenten bereits am Samstag ab 17 Uhr zum WM-Anglühen an der Skibaude treffen. Doch zu Gesicht bekommen sie die Rennstrecke erst am Sonntagmorgen. "So verhindern wir, dass die Strecke ramponiert wird. Außerdem soll sie ja für alle WM-Starter eine Überraschung darstellen", sagt der 39-jährige Vereinsvorsitzende.

Sich auf die Piste optimal einzustellen, sei sowieso kaum möglich. "Schneeschippen-Rodeln ist quasi untrainierbar", meint Stordel. Bei den ersten beiden WM-Auflagen habe sich gezeigt, dass die Rutschpartie nur bedingt zu beeinflussen ist. Spezielle Tipps kann selbst Ronny Kluge nicht geben. Dabei war der Chemnitzer im Vorjahr am schnellsten unterwegs. Beim Versuch, seinen Titel zu verteidigen, wird er sich in erster Linie wieder auf seine Intuition verlassen: "Hier und da das Körpergewicht verlagern sowie ab und zu mal in den Schnee greifen." Neben den Füßen stehen auch die Hände zum Lenken zur Verfügen, denn erfahrungsgemäß nehmen die meisten Starter den Stiel der Schneeschippe zwischen die Beine und halten sich nicht daran fest.

Beim Kampf um die Bestzeit könnte das Material eine Rolle spielen. "Auf einer Aluminium-Schippe lässt sich bestimmt die eine oder andere Sekunde herausholen, weil sie so hart ist", mutmaßt Stordel. Gleichzeitig würde die Alu-Version wohl auch negative Konsequenzen in Form von Schmerzen mit sich bringen. Biegsamer sind da die Plastik-Schneeschippen, die der Veranstalter den Teilnehmern in der normalen WM-Klasse zur Verfügung stellt. Etwa 40 Stück hat der Verein auf Lager, denn wie in der Vergangenheit werden wohl erneut einige Exemplare zu Bruch gehen.

Neben der normalen gibt es auch die offene Klasse, in der die Starter mit selbst gebastelten Untersetzern antreten können. "Einige haben schon interessante Kreationen angekündigt, ohne Details zu verraten", berichtet Stordel schmunzelnd. Eine Bedingung müsse dabei aber erfüllt werden: "Die Schneeschippe muss noch als solche erkennbar und funktionsfähig sein."

Nach einem kurzen Training werden ab 14 Uhr die Sieger in beiden Kategorien ermittelt - ob in einem oder zwei Durchgängen oder gar paarweise in K.o.-Rennen, ergibt sich aus der Teilnehmerzahl. Weltmeister darf sich aber nur der Starter mit der besten Zeit der gesamten Konkurrenz nennen. Verkündet werden soll er gegen 17 Uhr. Damit auch am Ende des Tages alle Teilnehmer noch strahlen können, gibt es gegenüber dem Vorjahr eine Veränderung. "Da die Strecke kältebedingt so hart ist, und auch die Plastik-Schlitten dadurch spröde werden, verzichten wir diesmal auf Sprünge", erklärt Stordel.

Zeitplan : Samstag, 17 Uhr: WM-Anglühen an der Skibaude; Sonntag, 10 bis 12 Uhr: Anmeldung; 12 Uhr: Training; 14 Uhr: Rennbeginn; 17 Uhr: Siegerehrung.

 
erschienen am 02.02.2012 ( Von Andreas Bauer )
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