Ein Zettel informiert an der Bebel-Schule über die Erkrankung.
Foto: Fritzsch
Keuchhusten-Erreger in Zschopauer Tagesstätte "Pfiffikus" aufgetreten
Gesundheitsamt hat Vorkehrungen gegen die meldepflichtige Krankheit getroffen
Zschopau. In der Zschopauer Tagesstätte "Pfiffikus" sind zwei Fälle von Keuchhusten (Pertussis) bekannt geworden. Schon am Donnerstag vor einer Woche hatte das Gesundheitsamt des Erzgebirgskreises das erste Mal den Nachweis des Erregers bei einem Kind gemeldet bekommen, sagte am Freitag Ärztin Ulrike Bernhard auf Anfrage von "Freie Presse". Vier Tage später wurde ihre Behörde erneut fündig: Auch beim Geschwisterkind wurde der Keuchhustenerreger nachgewiesen.
Nach Eingang des Laborbefundes haben sich die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes unter anderem mit den Familienangehörigen in Verbindung gesetzt und weitere Personen ausfindig gemacht, die in engem Kontakt mit den Erkrankten stehen. "Die Eltern wurden per Elternbrief informiert, Impfausweise der Kinder und Erzieherinnen auf Vollständigkeit geprüft, Abstriche vorgenommen", berichtet Ulrike Bernhard von den Vorkehrungen des Amtes. Entgegen ihren Befürchtungen waren die Mädchen und Jungen sowie Mitarbeiter nach der derzeit gültigen Empfehlung vollständig gegen Keuchhusten geimpft.
"Es handelt sich um eine Infektionskrankheit, die über eine sogenannte Tröpfcheninfektion verbreitet wird", erklärt Ulrike Bernhard. Weltweit infizieren sich jedes Jahr 40 Millionen Menschen, von denen rund 50.000 an der teilweise grippeähnlich verlaufenden Krankheit sterben. "Bei älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen steht häufig ein lang andauernder therapieresistenter Husten im Vordergrund. Bei Säuglingen treten oft uncharakteristische Symptome auf", beschreibt die Ärztin.
Während ihren Worten nach in Zschopau derzeit keine weiteren Erkrankungen bekannt seien, weist ein Schild am Eingang der August-Bebel-Schule auf einen weiteren Fall hin. Schulleiter Volker Kettenbeil sprach am Freitag von einem mit dem Erreger infizierten Schüler der sechsten Klasse. Der Junge sei inzwischen wieder gesund. Obwohl die Lehrstätte die Erkrankung gemeldet habe, sei vom Gesundheitsamt niemand da gewesen. Vor einigen Jahren trat an der Schule schon einmal Keuchhusten auf. Damals hätten Mitarbeiter vom Gesundheitsamt Abstriche von Kindern genommen.


