Mathias Eichler (rechts) und Klaus Schaarschmidt nehmen das Motorrad für die Stadt Zschopau in Empfang.
Foto: Thomas Fritzsch
Museum erhält Polizei-MZ
Spezialanfertigung für die Polizei stand bis zum vergangenen Jahr noch im Dienst
Zschopau. Ein 4-Takt-Motor mit einem Hubraum von 660 ccm und 50 PS, das sind die technischen Daten der Maschine aus der Motorradschmiede Zschopau. Das Zweirad stand knapp zehn Jahre im Dienst der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge, bevor es nach Zschopau zurückkehrte. Im Originalzustand und mit einem Tachostand von exakt 69.988 Kilometern können Besucher nun das Modell Skorpion, von dem die Zschopauer Motorradbauer um die Jahrtausendwende einige Stückzahlen auch an Ordnungsämter des Freistaates mit spezieller Ausstattung lieferten, auf Schloss Wildeck in Augenschein nehmen.
Das Einsatzgebiet erklärt auch die nicht serienmäßige Ausstattung. So liegt der Unterschied zu Serienmaschinen des gleichen Typs in einer eigenständigen Vollverkleidung der Spezialfirma-Pichler mit Sturzbügeln, zwei Handschuhfächern, einer in drei Stufen höhenverstellbaren Scheibe und einem serienmäßigen Koffersystem. Sogar die Polizei-Sirene funktioniert noch.
Die Idee, dass letzte in Zschopau gebaute Modell mit Sonderausstattung in die Stadt zu holen, hatte Mathias Eichler. Er hatte die Maschine bei einer Auktion in Grüna erspäht, mit der Stadt Zschopau Kontakt aufgenommen und schließlich alle Mittel und Hebel in Bewegung gesetzt, um das Zweirad nachhause zu holen. "Die Chemnitzer Polizei war dabei stets sehr entgegenkommend", betont er.
"Der Anblick des Stückes macht mich stolz. Denn eine MZ gehört einfach in unser Motorradmuseum und nicht in irgendeine Privatsammlung. Bei dem Anblick überkommt vermutlich jeden Wehmut, und er erinnert sich zurück an vergangene Zeiten, als in Zschopau noch die Motorradproduktion florierte, die Tausenden von Menschen Arbeit sicherte", erklärt Sabine Hoheisel, städtische Angestellte und ehemalige Vorsitzende des Motorsportclub MZ. Über den Preis der Maschine für das Museum mit dem Erstzulassungsdatum 10. Mai 2002 wurde Stillschweigen vereinbart. "Ursprünglich sollte das Zweirad erst am Jahresende bei uns eintreffen. Dass es dann doch so schnell ging, hat uns gefreut", sagt Sabine Hoheisel. Es findet nun seinen Platz in der Ausstellung, die 71 Motorräder umfasst. Voraussichtlich ab dem 28. Januar können die Besucher der Schau das Motorrad bewundern, so Schlossleiterin Ramona Hofmann.
Schloss Wildeck ist täglich, außer mittwochs, von 11 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet. Der Eintritt zur Motorradausstellung kostet 3,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro.


