Sicherheit an der B 101 wird verbessert
Landesdirektion zieht nach "Freie Presse"-Beitrag Schlussfolgerungen - Verkehrsschau mit Festlegungen - Streckenausbau in der Vorplanung
Lengefeld. Lengefeld. Die acht Kilometer lange Strecke der B 101 zwischen Pockau und Heinzebank soll durch das Straßenbauamt Plauen mit kostenintensiven Wildwarnreflektoren bestückt werden. Zugleich wollen Polizeidirektion und Landkreisverwaltung in den kommenden Monaten verstärkt Geschwindigkeitsmessungen auf diesem Abschnitt vornehmen. Außerdem wird die Griffigkeit des Asphalts überprüft. Abhängig vom Prüfergebnis soll eventuell noch in diesem Jahr die Verschleißschicht des Straßenbelages erneuert werden, sagt Regierungsamtsrätin Martina Friedrich von der Landesdirektion.
Das Maßnahmebündel ist nach einer Verkehrsschau der Oberen Verkehrsbehörde mit dem Landratsamt Erzgebirge, der Polizei und dem Straßenbauamt Plauen in dieser Woche festgelegt worden. Mit diesem Vor-Ort-Termin reagierte die Landesdirektion auf eine Anfrage der "Freien Presse" vom 22. Februar und auf einen Beitrag in der Heimatzeitung, in dem der Streckenabschnitt vom Lengefelder Wehrleiter Matthias Tutzschky nach der Unfallhäufung als "Todesstrecke" bezeichnet wurde.
Mindestens 15 Unfälle schon in diesem Jahr
Auf dieser Strecke haben sich allein von 1. Januar bis 19. Februar 2010 13 Unfälle ereignet, davon einer mit tödlichem Ausgang, wird von der Verkehrsbehörde aufgelistet. Bekanntlich sind aber am 20. und 21. Februar zwei weitere schwere Unfälle mit sechs Verletzten, darunter zwei Schwerverletzten, dort passiert. Von den genannten 13 Unfällen seien 12 infolge nicht angepasster Geschwindigkeit oder falscher Einschätzung des Straßenzustandes geschehen. Ein weiterer Schwerpunkt seien Unfälle durch Wildwechsel. Die Verursacher waren zudem meist ortskundig, wurde bei der Verkehrsschau bekannt. Da sich aber die Unfälle nicht an einem Ort ereigneten, sondern sich auf die Strecke zwischen Pockau und Heinzebank verteilten, könne nicht von einem Unfallschwerpunkt gesprochen werden, erläuterte die Mitarbeiterin der Oberen Verkehrsbehörde. Bei bisherigen Polizeikontrollen auf dem Abschnitt sei zudem die Höchstgeschwindigkeit nur in wenigen Fällen überschritten worden. Es gebe deshalb und ebenso aus verkehrsrechtlichen Gründen derzeit keine Handhabe, die Geschwindigkeit auf der Strecke zu begrenzen. Zugleich werde kein Spielraum gesehen, um Leitplanken, nach deren Sinn auf dieser Strecke Leser in der "Freien Presse" fragten, abzubauen. Sie seien dort vorgeschrieben. Denn zum einen liege der Abschnitt in der Trinkwasserschutzzone, zum anderen sollen Leitplanken dort Baumunfälle verhindern. Außerdem falle die Böschung zum Teil stärker als drei Meter ab, begründete Martina Friedrich. Sie versicherte, dass die Obere Verkehrsbehörde die Umsetzung der Maßnahmen kontrolliere und im Herbst die Situation vor Ort erneut geprüft werde.
Bürgermeister fordert schnelle Neutrassierung der B 101
Auch Lengefelds Bürgermeister Ingolf Wappler (CDU) ist wegen der vielen Unfälle beunruhigt. Er will sich deshalb an das Dresdner Wirtschaftsministerium wenden, damit Pläne für eine Neutrassierung der B 101 vorrangig behandelt werden. Karsten Mühlmann, Leiter des Straßenbauamtes Chemnitz, bestätigte gegenüber "Freie Presse", dass es eine Vorentwurfsplanung gebe, den Abschnitt der B 101 vom Knoten S 226 ab Lengefeld bis Heinzebank auszubauen. Geschätzte Kosten: 12 Millionen Euro. Sein Referatsleiter Jens Geu ergänzte, dass der Ausgangspunkt für die Ausbauplanung vorrangig der verbesserte Trinkwasserschutz sei. Als äußerst anspruchsvoll und kompliziert beschreibt Mühlmann die Planung, denn durch das Wasserschutzgebiet seien viele Interessen zu beachten. Zum Jahresende würden die Unterlagen an das jetzt zuständige Straßenbauamt Plauen übergeben. Frühestens ab 2012 können das Vorhaben begonnen werden. Zuvor ist das Planungs- und Auslegeverfahren zu absolvieren.


