Als gegen 10.30 Uhr die Fahrer der ADAC-Klassik-Trophäe an der Stilfahrtprüfung (Trial) in Witzschdorf eintrafen, musste ihnen der Streckenposten den Rennabbruch erklären. Foto: Matthias Heinke
Todesfall überschattet Motorsport-Veranstaltung in Zschopau
72-Jähriger erleidet Herzinfarkt - 12. ADAC Classic-Gelände-Zuverlässigkeitsfahrt wird abgebrochen
Zschopau. Die 12. Classic Gelände-Zuverlässigkeitsfahrt "Rund um die MZ-Stadt Zschopau" hat am Samstag nicht lange gedauert. Noch in der ersten Runde wurde die Veranstaltung abgebrochen. Ein 72-jähriger, routinierter Geländefahrer aus dem Wartburgkreis hatte auf einem geraden Feldweg in Krumhermersdorf einen Herzinfarkt erlitten und war trotz sofort eingeleiteter Reanimation, zunächst durch Fahrer und dann den Notarzt, noch vor Ort verstorben. "Natürlicher Tod", stellte der Notarzt fest, die Chemnitzer Polizei bestätigte dies gestern.
Die Meinungen zum Abbruch der Veranstaltung waren geteilt. Einerseits herrschte Zustimmung, andererseits aber auch Enttäuschung nach einem enormen Aufwand im Vorfeld. Björn Böhler aus der norwegischen Hauptstadt Oslo hat zum Beispiel die 2800 Kilometer (ohne Fähre) lange An- und Abreise auf sich genommen, um erstmals in Zschopau zu starten. "Wir sind alles ältere Fahrer und kennen die Risiken genau", sagte der 57-jährige. Im Vorjahr war ihm ähnliches widerfahren. "Ich war mit meinem Freund Torstein bei einem Classic-Lauf in Schweden. Er starb dort an einem Schlaganfall. Die Jury fragte mich, wie es weitergehen soll. ,Es wäre in seinem Interesse gewesen, dass es weitergeht', sagte ich. Nach dem Lauf haben wir eine Andacht gehalten und ihn geehrt. Vielleicht sollten alle Starter vor diesen Läufen eine derartige Erklärung abgeben", schlägt er vor.
Das Problem bei den lizenzfreien Veranstaltungen aber ist: "Der Fahrer braucht sich dafür keiner ärztlichen Gesundheitsprüfung zu unterziehen. Deshalb drängt ja der Deutsche Motorsport-Bund darauf, dass es lizenzierte Veranstaltungen werden. Denn dann ist ein Gesundheitscheck für die über 70-Jährigen Voraussetzung für die Lizenz, auch sind die Fahrer versichert", erklärt der langjährige Fahrtleiter von "Rund um Zschopau", Gunter Illgen aus Chemnitz. Auch aus Gründen dieses Gesundheitstests seien in den 1990er Jahren die lizenzfreien Läufe entstanden. Und nachdem es bereits vergangenes Jahr in der Nähe von Suhl einen ähnlichen Fall, ebenfalls mit einem Rennabbruch, gegeben hatte, war die Diskussion entflammt. "Natürlich kann so etwas immer passieren. Aber das Risiko ist eben bei älteren Fahrern enorm höher", ergänzt der 72-Jährige. Nach Fahrtleiter André Rudolph aus Kunnersdorf bei Augustusburg, der am Samstag die schwere Entscheidung treffen musste, sollte mindestens, wenn es lizenzfreie Läufe bleiben sollten, ein ärztliches Attest vorgelegt werden.
Der Rennabbruch am Samstag hatte eine weitere wesentliche Ursache: Das Fahrerfeld hätte mehrfach am toten Sportkameraden vorbeifahren müssen, ehe dieser abtransportiert werden konnte. "Das geht einfach nicht, das wäre pietätlos", sagt Christoph Kunze, selbst langjähriger Rennleiter im Motocross vom MSC Lugau und in Zschopau Umweltbeauftragter des DMSB.

