Ob Zschopau das Schild an der A 72 bekommt, steht noch in den Sternen: So könnte es jedenfalls aussehen. Der Platz an dieser Stelle der Fotomontage ist allerdings schon vergeben.
Foto: Andreas Truxa/Montage:Steiner
Tourismusverband befürwortet Aufsteller an der Autobahn
Eine Werbetafel für das Zschopauer Schloss würde gut ins Konzept des Vereins passen
Zschopau. Ob Zschopau künftig mit einem kastanienbraunen Schild an der Autobahn für seine Sehenswürdigkeiten werben darf, ist noch völlig offen. Fest steht lediglich, dass die Zahl der Bewerber um einen der begehrten Plätze an der A 4 und A 72 groß ist. Offenbar so groß, dass das sächsische Wirtschaftsministerium, das zu den vorliegenden Anträgen der Kommunen das letzte Wort hat, vorher die Tourismusverbände befragt und um Stellungnahme bittet. Den Antrag von Zschopau hatte die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Erzgebirge, Veronika Hiebl, zusammen mit rund 40 weiteren erstmals im September vergangenen Jahres auf den Tisch bekommen.
Die Unterlagen bewertet der Verband, der neben dem Erzgebirgskreis auch für Teile der Landkreise Zwickau, Mittelsachsen und des Osterzgebirges zuständig ist, anhand eines Sechs-Punkte-Kataloges. Dabei gilt es etwa einzuschätzen, ob der zu bewerbende Ort einen hohen Bekanntheitsgrad besitzt, um welche Art von touristischem Anziehungspunkt es sich handelt und welche Ausstrahlungskraft dieser Ort auf die Umgebung ausübt. Für die touristische Bedeutsamkeit werden in Sachsen grundsätzlich pro Jahr mindestens 10.000 Gästeankünfte oder 25.000 Übernachtungen oder 25.000 Besucher in den tourismusrelevanten Einrichtungen vorausgesetzt.
"Obwohl das Schloss Wildeck weniger Besucher hat, habe ich den Antrag von Zschopau positiv bewertet und befürwortet", sagt Hiebl auf Nachfrage von "Freie Presse". Begründung: Der Verband sieht das Schloss mit der Motorradausstellung als Bestandteil seiner Marketingstrategie, Eisenbahn- und Oldtimerromantik als imageprägend für die Region. Nach den Worten von Veronika Hiebl sei damals zunächst eine Vorauswahl getroffen worden. Deshalb rechnet sie damit, erneut alle Anträge vorgelegt zu bekommen, um sich noch eingehender damit zu befassen.
Inzwischen ist deren Zahl noch gewachsen. Jana Vierig, zuständig für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit im Tourismusverband, hat erfahren, dass im Landesamt für Straßenbau und Verkehr derzeit 200 Anträge für ganz Sachsen liegen, die zunächst zu bearbeiten und ans Wirtschaftsministerium weiterzuleiten seien.
Der Antrag der Stadt Zschopau für den Autobahn-Aufsteller geht auf einen Stadtratsbeschluss im Juli vergangenen Jahres zurück. Das Gremium war damit einem Vorschlag von Stadtrat Otmar Müller (FDP) gefolgt.
Der neuerliche Ansturm der Kommunen auf die Werbeplätze an den Autobahnen beruht auf einer Neuregelung des sächsischen Verkehrsministeriums. Demnach dürfen im Freistaat zwischen zwei Autobahn-Anschlussstellen nunmehr vier dieser Schilder und damit doppelt so viele wie bisher stehen. Schon im Jahr 2002 hatte sich die Große Kreisstadt um eine entsprechende Hinweistafel an der Autobahn auf ihr Schloss beworben. Dieser Antrag war jedoch damals abgelehnt worden.


