Manfred Frey aus Schönbrunn war einer der ersten, die für das Parken auf dem Wolkensteiner Marktplatz Geld berappten.
Foto: Thomas Fritzsch
Unterschriften gegen Parkgebühren
Der neue Parkautomat in Wolkenstein ist in Betrieb gegangen - Einwohner machen mobil
Wolkenstein. Eine Unterschriftenliste liegt seit einigen Tagen im Geschäft von Thomas Weise aus. Mehrere Bürger hätten sich aufgrund der Probleme beim Parken in der Wolkensteiner Innenstadt zusammengeschlossen und zur Unterstützung an ihn gewandt, erklärte der Stadtrat gegenüber "Freie Presse". Man sei dabei, auch in anderen Läden der Bergstadt die Unterschriftenlisten zu verteilen. "Es ist noch zu früh, etwas zur Beteiligung zu sagen, aber ich denke schon, dass die Aktion Zuspruch findet", so Thomas Weise.
Ziel sei unter anderem, dass die Parkgebühren, die Einwohner und Besucher der Innenstadt beim Abstellen ihres fahrbaren Untersatzes zahlen müssen, verringert werden. Seit Freitag werden für eine Stunde 50 Cent fällig, die ersten 30 Minuten sind jedoch kostenfrei. "Wir haben uns an den umliegenden Orten orientiert und fordern daher, dass die Gebühr auf 30 Cent verringert wird", sagt Thomas Weise. Den Einwohnern ist auch ein Dorn im Auge, dass bis 19 Uhr Gebühren verlangt werden. "Das soll möglichst auf 18 Uhr zurückgesetzt werden", meint der Wolkensteiner.
Außerdem wendet sich die Unterschriftensammlung gegen den Wegfall weiterer Stellflächen. Schon vor einiger Zeit seien Parkplätze abgeschafft worden, jetzt drohe in der Berg- und Lohngasse sowie der Turnerstraße das gleiche, zumal es sich um Plätze handele, auf denen Parken kostenlos gewesen sei. Natürlich, räumt Weise ein, gebe es unterhalb des Rathauses an der Annaberger Straße den großen Parkplatz. "Aber auch im Innenstadtbereich müssen ausreichend Parkflächen zur Verfügung stehen", meint der Gewerbetreibende.
Zudem möchten er und seine Mitstreiter erreichen, dass die Parkplätze an der Schulturnhalle in Wolkenstein, auf denen tagsüber die Lehrkräfte der Grundschule ihre Wagen abstellen, nachts für die Anwohner frei gegeben werden. "Mit diesen Maßnahmen soll die Parkplatzsituation in der Stadt entspannt werden", sagte Thomas Weise.
Geht es nach ihm, soll sich der Stadtrat noch einmal mit dem Thema beschäftigen. In dem Gremi- um war Weise im Mai, als die neue Parkgebührenregelung beschlossen wurde, der einzige gewesen, der dagegen votierte. "Außerdem will ich das Gespräch mit dem Bürgermeister suchen und ihm dann auch die Unterschriftenlisten vorlegen." Guntram Petzold war für eine Stellungnahme am Freitag nicht zu erreichen.
Mit der neuen Gebührenregelung will die Stadt vor allem das Dauerparken von Anwohnern auf dem Markt erschweren und Stellflächen für Besucher der Bergstadt zur Verfügung stellen. Bisher galt, dass mittels Parkuhr der fahrbare Untersatz eine Stunde kostenlos abgestellt werden konnte. Doch das hätten, so der Bürgermeister in der Ratssitzung im Mai, viele ausgenutzt und ihren Wagen dauerhaft geparkt.
Manfred Frey aus dem Ortsteil Schönbrunn war am Freitag einer der ersten, der den Parkautomaten auf dem Markt nutzte. "Ich halte das für eine gute Lösung, da auf diese Weise ein Dauerparken der Anwohner des Stadtzentrums auf dem Marktplatz verhindert wird", bezog er klar Stellung.

