Kater Wenn Max erzählen könnte, wären viele Irrtümer und eine Anzeige nicht notwendig gewesen.

Foto: M. Degen

Zschopau: Angebliche Misshandlung war wohl Akt von Katzenliebe

Eine unerwartete Wende gab es am Mittwoch im Fall eines vermeintlich brutal kastrierten Tiers

Zschopau. Offenbar doch kein schockierender Verstoß gegen das Tierschutzgesetz bei dem Zschopauer Kater Max: Eine Frau meldete sich am Mittwoch sowohl in der Redaktion als auch bei der Polizei, nachdem sie den Beitrag in "Freie Presse" über das vermeintlich misshandelte Tier gelesen hatte.

Sie habe den Kater von einem Tierarzt kastrieren lassen, sagte Gabriele F. Das Tier sei seit einem Vierteljahr regelmäßig über eine Katzenklappe in ihr Haus gehuscht und habe bei ihr immer reichlich Futter erhalten. Sie habe annehmen müssen, so die Zschopauerin, es handle sich um einen wild lebenden Kater, der niemandem gehöre. Deshalb habe sie ihn am 20. Juli auch beim Tierarzt vorgestellt. Der Kater sei dabei kastriert worden. Denn das gehöre für sie zum verantwortungsvollen Umgang mit Tieren. Der Schwanz musste vom Veterinärmediziner abrasiert werden, weil er verklebt war, erklärte die Frau. Dabei sollte sichergestellt werden, dass keine Entzündung vorlag. Die Zähne wurden gleichfalls behandelt. Sie habe die Rechnung, die sie vorweisen konnte, für alle Behandlungen bezahlt.

Die eigentliche Besitzerin hatte das Tier einige Tage vermisst und gesucht. Als ihr Kater Max nach Hause kam, sei sie über den abrasierten Schwanz und die abgeschnittenen Hoden schockiert gewesen. Sie hatte dann den Zschopauer Tierschutzverein zurate gezogen. Deren Vorsitzende Christine Grzelka erstattete Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, das bestätigte die Polizei am Dienstag.

Auf der Fahrt in den Ferienort erfuhr am Mittwoch die Vorsitzende des Tierschutzvereins von der veränderten Situation. "Damit hätte ich niemals gerechnet. Wir sind von einer Misshandlung des Tieres ausgegangen", sagte sie überrascht. Sie wolle aber nach der Rückkehr aus dem Urlaub nochmals mit allen Betroffenen reden. Sie kenne zudem die eigentliche Besitzerin von Kater Max als sehr tierlieb. "Die tut alles für ihre Katze", sagt sie.

Laut der Zschopauerin, die Max zum Tierarzt geschafft habe, sei der Kater nach der OP eine Nacht bei ihr gewesen, früh habe er gefressen und sei dann verschwunden. Polizeisprecherin Heidi Hennig bestätigte, dass die Frau am Mittwoch ihre Aussage bei der Polizei gemacht habe, der Fall sei damit geklärt.

Die eigentliche Besitzerin von Max war regelrecht "platt" über die Neuigkeit. "Doch ich bin vor allem erleichtert und richtig froh, dass mein Kater nicht leiden musste und von einem Tierarzt behandelt wurde", sagt sie. Die Frau möchte gern mit der anderen Katzenliebhaberin Kontakt aufnehmen.

 
erschienen am 01.08.2012 ( von Gudrun Müller )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
2
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  • 05.08.2012
    14:33 Uhr

    Honza: Ein klein wenig journalistisches Fingerspitzengefühl hätte diesen blamablen Vorgang wohl gar nicht erst entstehen lassen!
    Die Tierärztin hatte doch Zweifel an einer Misshandlung.... ?
    Oder ließ man sich einfach von der Hysterie der Tierfreundinnen anstecken......
    Oder ?. endlich einen eigenen Tierquälerskandal mitten im Sommerloch!

    Werden die Kater in der Zschopauer Tierauffang-Station etwa nicht kastriert, wie es der Deutsche Tierschutzbund eindringlich seit vielen Jahren fordert?
    Die Vorsitzende muss doch ungefähr wissen wie das nachher aussieht???

    Fragen über Fragen??. Aber man war mal wieder in der Zeitung!

    0 0
     
  • 02.08.2012
    21:59 Uhr

    rostock: Wäre die Halterin wirklich so Tierlieb , wäre der Schwanz nicht verklebt. Der Tierschutzverein sollte sich im Umfeld der Halterin und Verwandtschaft mal um die anderen Tiere kümmern, diese können ihnen nur leid tun.

    1 2
     

 
 
 
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