Zwei Tierschutzvereine wollen Borstendorfer Katzen helfen
Schicksal der Samtpfoten lässt Tierfreunde nicht kalt
Borstendorf. Was wird aus den Katzen, die wild in maroden Teilen des früheren Getreidelagers Borstendorf hausen und von einem Mann gefüttert werden - diese Frage beschäftigt Tierschützer der Region. Eile ist geboten, demnächst muss der Komplex abgerissen werden.
Regina Otto vom Vorstand des Tierschutzvereins Freiberg, der ein Tierheim betreibt, hatte den Beitrag in der "Freien Presse" gelesen. "Wir wollen helfen", sagt sie. Sie könne sich vorstellen, dass der Freiberger Verein drei Fallen zur Verfügung stellt, um die Tiere einzufangen.
Anruf aus Freiberg
Möglich wäre zudem, dass nach Kastration oder Sterilisation einige Tiere zum Ausheilen die nötigen Tage im Tierheim verbleiben. "Wenn es auch eine sehr zweischneidige Angelegenheit ist, weil ja eigentlich die Kommunen dafür zuständig sind, würde wir in dem speziellen Fall die Kosten für die Kastration eines Katers übernehmen", betont Regina Otto. Sie regt an, dass die Tierheime im Erzgebirge und Mittelsachsen alle auf diese Art mithelfen sollten.
Zschopauer unterstützen auch
Vom Tierschutzverein Zschopau kam am Montag gleichfalls ein derartiges Angebot. "Auch wir sind bereit, dem jungen Mann und den Katzen zu helfen", stellt Christine Grzelka, Vorsitzende des Tierschutzvereins Zschopau, in Aussicht. Der Zschopauer Verein würde ebenso Fallen bereitstellen und hat beraten, die Kosten für die Kastration oder Sterilisation von zwei Vierbeinern zu übernehmen. Zugleich könnten nach dem Eingriff Katzen in der Tierstation versorgt werden. "Wir würden den Mann zudem gern beraten", bietet Christine Grzelka an.
Cranzahlerin meldet sich
Auch eine Cranzahler Leserin will sich an den Kosten beteiligen. Tierschützerin Kerstin Budde, die das Problem der Katzen öffentlich gemacht hat, freute sich über die Reaktionen. Jutta Leonhardt, Sprecherin des Landratsamtes, betont nach Absprache mit dem Veterinäramt des Landkreises Erzgebirge am Montag: "Der Bürger, der die Katzen füttert, hat Pflichten als Tierhalter erworben." Das hatte Eckhard Börner, Vorsitzender des Verwaltungsverbandes "Wildenstein", ebenso klipp und klar gesagt. Der junge Mann, der dort früher wohnte, fütterte seit Jahren täglich erst seine ihm vertrauten Katzen, doch es wurden dann wohl immer mehr.
Laut Landratsamt soll die Gemeindeverwaltung den Mann unterstützen, damit sich beim Abriss keine Katzen im Gebäude befinden. Danach sollte eine katzensichere Einzäunung erfolgen, damit während der Arbeiten keine Tiere auf die Baustelle gelangten. Die Katzen würden dadurch nicht aus dem Revier verdrängt, sie sollten in unmittelbarer Nähe eine Alternative - Futterstelle oder Katzenhaus - erhalten. Das Veterinäramt stehe dabei beratend zur Seite.


