Thorald Meisel Auf reges Interesse stieß am 2. Weihnachtsfeiertag der 2. Zwoticher Filmohmd im Gasthof Walfisch. Gestaltet wurde er von Thorald Meisel (im Bild) und Claus Dunsch.

Foto: Eckhard Sommer

Heimatgeschichte beleuchtet

Auf reges Interesse stieß am 2. Weihnachtsfeiertag der 2. Zwoticher Filmohmd im Gasthof Walfisch

Zwota. Wirt René Goram hatte seine liebe Mühe, all jene noch an den Tischen zu platzieren, die sich kurzfristig entschlossen hatten: Den 2. Zwoticher Filmohmd im Walfisch Zwota wollten viele erleben. Stattdessen ließen sie im Fernsehen "Tatort", "Traumschiff" oder "Ödipussi" sausen.

Wenn der Zwotaer Heimatdichter Max Schmerler einmal sagte "Die meisten denken an die Zukunft und vergessen dabei die Vergangenheit", so ist dem nur bedingt zuzustimmen. Denn "Freie Presse"-Redakteur Thorald Meisel und Filmemacher Claus Dunsch spüren regelmäßig Spuren der Vergangenheit auf und führen sie ins Heute. Die beiden sind inzwischen ein eingespieltes Duo mit Herz und Gespür für Heimatgeschichte. Claus Dunsch schnitt historische Filme zu einem unterhaltsamen Kaleidoskop zusammen. Vergnüglich anzusehen zum Beispiel die Aufnahmen von Hans Schlott (1909-1944) über Rodelspaß in Zechenbach. Oder jene Aufnahmen vom Klingenthaler Dokumentaristen Rolf Beyer. Der 84-Jährige wurde mit viel Beifall begrüßt. Er griff ab Mitte der 1950er Jahre zur Kamera und bannte historische Momente aufs Zelluloid: die Weihe der Aschberg-Schanze 1955 etwa oder die letzte Fahrt der Straßenbahn im Jahre 1964. Die meisten Besucher konnten sich gut daran erinnern, wie sie durch Klingenthal ratterte, um dann durch knatternde Ikarus-Busse ersetzt zu werden. Von Claus Dunsch selbst stammten Aufnahmen von den Klingenthaler Filmnächten 2002 oder auch das berührende Porträt von Inge Schuster aus Oberzwota im Winter 2011.

Waren die Filme eine visuelle Rückbesinnung, die trotz des Humors auch hier und da Wehmut hervorrief, so würzte Thorald Meisel den Abend mit Mundartgeschichten aus der Feder der Heimatdichter Paul Fuchs (Ellefeld), Hans Wild (Zwota) und Friedrich Barthel (Falkenstein): über den ersten Skisprung, die erste Schneeschuhpartie oder den Sturz bei einer Abfahrt. Höhepunkt war eine Tonaufnahme von Hans Wild, die 1961 in der Zwotaer Schule entstand und von Thorald Meisel im Archiv des Instituts für deutsche Sprache Mannheim ausfindig gemacht wurde. Darin erzählt Hans Wild sehr anschaulich über das damalige Alltagsleben.

 
erschienen am 27.12.2011 ( Von Eckhard Sommer )
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