Absage zu Ortsumfahrung als Chance
Prüfung der Umgehung findet auch Befürworter
Mittweida. Während der Mittweidaer Oberbürgermeister Matthias Damm (CDU) jüngst noch öffentlich gegen den Entschluss des sächsischen Wirtschaftsministeriums protestierte, wonach das Verhältnis von Kosten und Nutzen der geplanten Ortsumfahrung erneut geprüft werden soll, stimmt die Mittweidaer Bürgerinitiative "Ortsumgehung ja - aber nicht durch Mittweida/Altmittweida" dieser Position zu.
"Schon im Jahr 2006 hat die Bürgerinitiative auf das Missverhältnis zwischen Kosten und Nutzen hingewiesen", erklärte dazu am Donnerstag der Sprecher der Bürgerinitiative, Heiko Grätz. Dem folgt nun die jüngste Argumentation des Ministeriums, welches auch gegenüber OB Damm die überregionale Bedeutung der Trasse infrage stellte. So sei der Neubau der Autobahn 72 Richtung Leipzig eine ausreichende Alternative für eine Erschließung des ländlichen Raums nördlich von Mittweida. Ähnlich sieht das Heiko Grätz: "Der Freistaat muss bei Straßenbauprojekten angesichts nicht ausreichender Finanzmittel Prioritäten setzen. Und Mittweida hat nun mal keine überregionale Bedeutung im Vergleich zu anderen Vorhaben."
Am Freitag will sich Grätz aus erster Hand bei einem Gespräch mit Vertretern des Ministeriums erklären lassen, mit welchen Argumenten das seit Jahren verfolgte Vorhaben in Mittweida nun auf Eis gelegt wurde. Wichtig erscheint ihm aber auch die Frage nach Sanierungsvorhaben an Staatsstraßen in Mittweida. So soll demnächst in einem Gespräch zwischen Stadtverwaltung und dem zuständigen Landesamt für Straßenbau und Verkehr geklärt werden, wann und wie unter anderem die Heinrich-Heine-Straße, die Burgstädter Straße und die Dresdener Straße instand gesetzt oder saniert werden. In der Frage will sich die Bürgerinitiative hinter die Kommune stellen. "Die Sanierung weiterer innerstädtischer Straßen wird den ohnehin fließenden Verkehr der Stadt Mittweida weiter verbessern. Wenn aber dafür kein Geld aus Dresden kommt, wird es kritisch", sagte Grätz im Namen der rund 20Mitglieder der Initiative. Zudem wäre nach seiner Ansicht der Zustand der Dresdener und der Burgstädter Straße nicht besser geworden, selbst wenn die Ortsumgehung jetzt gebaut worden wäre. "Fakt ist, der Unterhalt der Straßen muss stattfinden", erklärte er. Die Kommune hatte zuletzt nicht auf die Sanierung dieser maroden Staatsstraßen gedrängt, weil sie noch mit dem zeitnahen Bau der Ortsumfahrung rechnete und erst danach das übrige Verkehrsnetz anpassen wollte.
Die Bürgerinitiative hatte sich zuletzt gegen die bisher favorisierte Trasse für die Ortsumgehung der Staatsstraße 200 eingesetzt und eine Umfahrung westlich um Mittweida befürwortet.


