Ein Autoeinbruch ist für Profis kein Problem.
Foto: Lars Rosenkranz/Archiv
Autodiebe schlagen in Freiberg zu
Polizei rät zur Lenkradkralle
Freiberg. Die Zahl der Autodiebstähle hat in dieser Woche in der Stadt Freiberg erschreckende Ausmaße angenommen. Am Wochenanfang waren Diebe auf der Ziolkowskistraße auf Tour. Sie stahlen in der Nacht zum Montag einen VW Sharan im Wert von 8000 Euro. Auch an einem Seat machten sie sich zu schaffen und richteten Sachschaden an. Zudem verschwand ein Skoda Octavia spurlos.
In der Nacht zum Donnerstag dann das gleiche Spiel: Diesmal war das Renault-Autohaus Patzig auf der Dresdner Straße Ziel des Beutezuges. Vom Gelände des Autohandels ließen die Langfinger drei Gebrauchtwagen mitgehen und stahlen zudem noch von drei anderen Fahrzeugen die Kennzeichen. Schaden: 55.000 Euro.
"Vor 14 Tagen wurden schon mal zwei Neuwagen gestohlen, in den vergangenen 20 Jahren gar keiner", erklärt Autohausinhaber Gerd Patzig. Er vermutet, dass es sich um organisierte Banden handelt. "Die Autos mit elektronischer Chipkarte bekommen Laien nicht weg, da braucht man schon ein spezielles Computerprogramm", erklärt er. Man sei jetzt am Überlegen, wie man das Gelände besser schützen kann. "Wir können nicht alles zuschließen, die Kunden müssen unsere Ausstellungsstücke schließlich auch sehen", sagt Patzig.
Zufall? "Von Zufall kann man nicht ausgehen", erklärte Frank Fischer, Pressesprecher der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge. Allerdings müsse es sich nicht um dieselben Täter handeln. Er schließt nicht aus, dass zumindest im Autohaus Profis zugange waren. "Der Tatort wurde offensichtlich ausspioniert, die Tat wahr wohl geplant", vermutet Fischer. Ob es sich dabei aber um organisierte Banden handelt, sei reine Spekulation. "Das muss die Kriminalpolizei ermitteln." Die Täter würden sich vorwiegend Gebiete mit hoher Besiedlungsdichte wie zum Beispiel den Wasserberg aussuchen. "Da ist die Auswahl größer", sagt Fischer. "Autohäuser werden meist vorher ausgespäht." Auf großen Parkflächen würden die Diebe ihre "Ware" meist durch gezieltes Abfahren finden.
"Tatsächlich haben sich die Autodiebstähle in Freiberg vergangene Woche gehäuft, tendenziell sind Kfz-Diebstähle aber rückläufig", sagt Fischer. Im vergangenen Jahr wurden im Bereich der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge 1184-mal Pkw, Transporter und Lkw aufgebrochen. Das waren 84 Delikte weniger als 2010. Laut Polizeistatistik konnte die Aufklärungsquote von 21,5 auf 29,5 Prozent im Jahr 2011 gesteigert werden. Fischer rät Autobesitzern, die keine Garage haben, zur guten alten Lenkradkralle. "Die macht es den Dieben zumindest schwer, denn sie brauchen länger und laufen Gefahr, gesehen zu werden."

