Blick von der Baumwollbrücke, von der aus die Erschließungsstraße auf die Parkdecks hinter dem Neubau führt.

Foto: Zeichnung: Planungsbüro Dierk Schülke

Alte Baumwolle: Weichen für Neubau sind gestellt

Verträge mit den vier großen Mietern perfekt

Flöha. Die Weichen sind gestellt: Im zweiten Quartal dieses Jahres soll Baubeginn im sogenannten Neubau der Alten Baumwolle Flöha sein. Darüber informierte Stephan Schnitzler, Mitglied der Geschäftsleitung der Phoenix Development GmbH. Die Bonner Immobilienfirma, welche Ende Februar 2011 die denkmalgeschützte Fabrikhalle von der Stadt zum symbolischen Kaufpreis von einem Euro erhielt, will daraus ein modernes Einkaufszentrum machen.

"Die Mietverträge mit den vier großen Mietern sind unter Dach und Fach", sagte Schnitzler. Bereits im vergangenen Jahr hatten der in Köln ansässige Handelskonzern Rewe und der Drogist Rossmann ihre Unterschriften aufs Papier gesetzt. Beide werden sich im ersten Obergeschoss einrichten - Rewe auf einer Mietfläche von 2080 Quadratmetern, Rossmann auf beachtlichen 830 Quadratmetern. Fast noch feucht ist die Tinte auf den Verträgen mit AWG und Mayers Markenschuhe. Der Modehändler und der 1990 im vogtländischen Auerbach gegründete Schuhfilialist beziehen das Sockelgeschoss mit 1200 beziehungsweise 270 Quadratmetern Mietfläche. "Wenn sich solche großen Handelsfirmen entschließen, sich in Flöha anzusiedeln, dann haben sie genau analysiert, ob sich das lohnt", will Schnitzler eventuellen Skeptikern den Wind aus den Segeln nehmen.

Neben diesen Großen der Handelsbranche ist laut Schnitzler im Neubau Platz für sieben lokale "kleinflächige Mieter" eingeplant. Bereits fest sei der Vertrag mit dem derzeit noch in Flöha-Plaue ansässigen Blumengeschäft Stielbruch ebenso wie mit dem Flöhaer Allgemeinmediziner Dr. Ihab Rangous. Mit den anderen liefen die Verhandlungen.

Schnitzler und sein Technischer Leiter Günter Tenten rechnen mit einer Bauzeit von einem Jahr, sodass die Flöhaer frühestens im Frühling 2013 das neue Einkaufszentrum stürmen können. Die beiden Handelsebenen werden dann mit Rolltreppen verbunden sein, jede ist außerdem von den beiden Parkdecks hinter dem Gebäude erreichbar.

"Wir bauen im Bestand, da kann immer etwas Unvorhergesehenes auftauchen. Einen gewissen Spielraum sollte man deshalb einplanen", ist sich Schnitzler der großen Herausforderung bewusst. Gleichzeitig lobt er die Zusammenarbeit mit den Ämtern. Man spüre, dass die Politik hinter dem Vorhaben stehe. Dass mit dem Denkmalschutz Auflagen verbunden sind, sieht er eher gelassen. "Die haben wir in die Planung integriert und die erfüllen wir gern. Dass es sich um ein historisches Gebäude handelt, macht doch seinen Charme aus."

Mittlerweile zeichnet sich auch für das benachbarte Ballenlager eine Zukunft als "Handelshaus" ab. Wie Schnitzler informiert, verhandelt seine Gesellschaft mit der Stadt über eine Kaufoption für das Gebäude. Schnitzler: "Wenn der Stadtrat zustimmt, würden wir sie auch wahrnehmen. Wir haben einen Mietinteressenten."

 
erschienen am 19.01.2012 ( Von Gudrun Frohmader )
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