Anwohnern von Braunsdorf stinkt Verkehr gewaltig

Dorfstraße hat sich zur Raserstrecke entwickelt

Braunsdorf. In ganz Braunsdorf herrscht helle Aufregung. Der Grund: Seitdem die Straße vom Ortsausgang Niederwiesa bis zur Lichtenwalder Höhe gesperrt ist, hat sich nach Ansicht der Einwohner vor allem die Dorfstraße in Braunsdorf, die sich durch den Ort in Richtung Lichtenwalde schlängelt, zu einer Raserstrecke entwickelt.

"Es ist hier lebensgefährlich geworden", sagte Einwohner Peter Liebe, der am Montagabend zum Bürgerforum des Gemeinderates Niederwiesa gekommen war. Im Ort spreche man bereits von der Braunsdorfer Autobahn. Zum einen sei die Straße so schmal, dass beim Aneinandervorbeifahren vor allem Lkw auf den Fußweg ausweichen müssten. "Da kann man 2013 die Sanierung bei uns im Ort gleich fortsetzen", sagte Liebe. Da aber kein Geld da sei, bliebe Braunsdorf dann wohl auf kaputten Straßen sitzen, mutmaßte der Bürger.

Was aber fast noch schwerer wiege: "Für Fußgänger wird es ebenfalls richtig eng." Vor allem die Kuppel auf der Dorfstraße ist eine Gefahrenstelle. "Wenn ich meinen Enkel aus dem Kindergarten hole, bin ich immer froh, wenn wir wieder zuhause sind", sagte Liebe und forderte eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h sowie eine Tonnenbegrenzung für Lkw.

Maßnahmen, die auch der Kindergarten unterstützen würde: "Es ist wirklich ungleich mehr Verkehr als sonst", sagte Leiterin Grit Franke auf Anfrage. Bei Niederwiesas Bürgermeister Dietmar Hohm (Bürgerinitiative) rennen beide damit offene Türen ein. Genau das - Geschwindigkeitsbegrenzung und die Umleitung des Lastverkehrs für die Zulieferer über die Kreisstraße Altenhainer Berg - habe er bereits vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr gefordert: "Wenn das nicht passiert, muss das unsere Gemeinde selbst machen. Allerdings stellen wir das dem Amt in Rechnung."

Amtsleiter Michael Stritzke versteht den Ärger. "Aber für verkehrsrechtliche Dinge ist das Landratsamt zuständig", erklärte er am Dienstag auf Nachfrage. Da habe man keinen Einfluss. Ratsmitglied Jens Bossard (Bündnis Braunsdorf/Lichtenwalde) will den Kreis noch größer schlagen. "Auch die Lichtenwalder, vor allem die Anwohner der Bebelstraße, haben die Nase voll von dem Verkehr, der sich mit hoher Geschwindigkeit durch den Ort wälzt." Auch sie fordern eine Tempobegrenzung.

 
erschienen am 03.04.2012 ( Von Eveline Roessler )
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