Lutz Hohenberger (vorn) und seine Kollegen des Natursteinwerkes Theuma im Vogtland bringen derzeit die Verblendung an der Brücke über die Augustusburger Straße an.
Foto: Fabian Mattern
B 173: Winterbau mit angezogener Handbremse
Erdarbeiten für die neue Bundesstraße in Flöha sind momentan nicht möglich
Flöha. Keine Winterruhe an der neuen B 173 in Flöha: Seit dem 2. Januar wird das milde Wetter weiter genutzt und an vielen Abschnitten gebaut. Derzeit laufen neben dem Einbau von Lärmschutzwänden unter anderem Betonierarbeiten am Tunnel vom Bahnhof zur Augustusburger Straße. Zum Beginn des nächsten Schuljahres soll er begehbar sein.
Wie Robert Mirau, Baubevollmächtigter der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges), informiert, wird ebenso am Tiefen Graben bei Niederwiesa der Durchlass für Wildtiere betoniert. An der Oberen Güterbahnhofstraße in Flöha werde hinter der Brücke über die Gleise der Erzgebirgsbahn eine Durchörterung vorbereitet. Durch die soll das Regenwasser von der neuen B 173 dem Schweddeybach zugeführt werden. "Hier wird viel nachts gearbeitet, um den Zugverkehr so wenig wie möglich zu beeinträchtigen", sagt Jörg Titel, seit kurzem neuer Bauoberleiter.
Im Rohbau fertig sei in diesem Bereich die Rampe vom Schwarzen Weg zum Golfplatz. "Mitte März wollen wir sie unter Verkehr nehmen und für die Fußgänger die Brücke, die sogenannte Blaue Welle, frei geben. Dann ist der beschrankte Bahnübergang zum Golfplatz Geschichte", sagt Titel.
Bauleute sah man gestern auch an der neuen Brücke über die Augustusburger Straße die Verblendung aus Naturstein anbringen. Am sogenannten Bauwerk 9, der Brücke am Golfplatz, sollen in der nächsten Woche die Traggerüste fallen. Im einstigen Ibara-Gelände an der Dammstraße stehen zudem in diesen Tagen noch Geländemodellierungsarbeiten auf dem Programm. "Der Baubetrieb arbeitet in diesen warmen Wintermonaten mit angezogener Handbremse, denn bei diesem ungewissen Wetter die ganze Maschinerie anzuwerfen, ist zu riskant", erklärt Titel. So wäre momentan neben Abdichtungsarbeiten auf Bauwerken auch der Erdbau nicht machbar. Das wird viele Flöhaer freuen, die sich noch mit Grausen an die schlammverdreckten Straßen vor Weihnachten erinnern. "Da waren wir beim Oberbürgermeister vorgeladen und wurden mit Recht gerügt. Das war wirklich ein unhaltbarer Zustand vor dem Weihnachtsfest", bekennt Mirau. Damit sich der nicht wiederholt, sei künftig eine neue, leistungsstärkere Kehrmaschine im Einsatz. Die Baubetriebe seien laut Titel zudem gesetzlich gehalten, für eine bedarfsgerechte Straßenreinigung zu sorgen.
Was die Angst vor einer Überschneidung der angekündigten Straßensperrung nach Augustusburg im Frühling mit der wegen des Weiterbaus an der Drahtseilbahnstation in Erdmannsdorf angeht, da kann Titel beruhigen: "Das kann eingetaktet werden, denn wir haben genügend Puffer eingeplant." Ziel sei es, in Flöha-Plaue bis zum Beginn der Sommerferien fertig zu sein. "Auf der neuen B 173 soll noch in diesem Jahr der Verkehr rollen", ist Mirau voller Optimismus.


