Barocker Garten verzaubert mit Kunsthandwerk
Schmied, Papiermacher, Drechsler begeistern auf Märkten
Lichtenwalde. Dass man auch oder gerade in Zeiten von Internet und Co. noch mit dem guten alten Handwerk punkten kann, machte das vergangene Wochenende wieder einmal deutlich. Ganze Heerscharen von Interessenten zogen an den vergangenen beiden Tagen zum Kunsthandwerkermarkt in den Barockgarten von Lichtenwalde. Nahezu 3000 Besucher, so viele wie in den vergangenen Jahren auch, machten sich hoch oben über dem Zschopautal mit dem Angebot von 102 Kunsthandwerkern aus Sachsen, Thüringen, Berlin, Brandenburg und Bayern vertraut.
Schmuckgestalter, Modemacher, Filzer, Schmiedemeister, Bildhauer, Drechsler - die Liste der Gewerke war lang, die Mischung und Vielfalt groß. Unter ihnen auch Holzgestalter Lothar Fröhlich, der es zum Barockgarten von Lichtenwalde nicht allzu weit hatte. Gleich um die Ecke, im Ortsteil Schellenberg der Gemeinde Leubsdorf, befindet sich seine Schnitzwerkstatt. Bereits zum zweiten Mal nahm er an diesem Kunsthandwerkermarkt teil. "Ich finde das Ambiente anheimelnd", sagte Fröhlich. Zwar sei das Kaufverhalten noch zurückhaltend gewesen, trotzdem hatte der gelernte Holzspielzeughersteller sein Kommen nicht bereut. Zumindest konnten sich viele interessierte Besucher mit seinem Markenzeichen -liebevoll gestaltete Figuren aus Fichtenästen - vertraut machen.
Seine Premiere auf dem Kunsthandwerkermarkt 2011 feierte Maskenmacher Dietrich Hanf : "Ich bin erstmals hier", sagte der Thüringer aus Ohrdruf, "aber von der Atmosphäre, den interessierten Besuchern, dem gesamten Schlossensemble begeistert." Hanf beherrscht ein Handwerk, das fast auszusterben droht: Er fertigt Masken aus Pappmaschee an - buntbemalte Clownsmasken, Tiermasken, Narrenmasken. Allerdings: Nur allein davon könnte er nicht leben. "Es gibt leider keine Maskenbälle mehr", beklagt er. Dass sein Handwerk dennoch gefragt sein kann, bekam er unlängst zu spüren: Das Theater München bestellte 80 Ritterrüstungen - alles aus Pappe. Das Procedere, eh solch eine altertümliche Maske entsteht, ist lang: Spezielles Papier muss eingeweicht werden. Dann wird alles aufgerissen, zusammengefügt, auf das Modell aufgetragen. Die sieben Jahre alte Alina hatte Gefallen gefunden an dieser alten Technik - und probierte sie vor Ort aus. Ihre Eltern, Anna und Uwe Günther aus Chemnitz, sind Stammkunden in Lichtenwalde. "Hier gibt es eine gleich bleibend hohe Qualität", sagte der Bauingenieur. "Deshalb kommen wir immer wieder."


