Stehen drei Mann nebeneinander, wird's schon eng: Die Kameraden zeigen, wie schmal die Tore im derzeitigen Gebäude sind.
Foto: Toni Söll
Der Traum vom neuen Depot
Feuerwehr Falkenau braucht ein neues Gerätehaus
Falkenau. Daniel Müller fährt mit seinen Fingern über die Schrammen an der Wand des Tores. "Hier sind wir mit dem alten Fahrzeug mal hängen geblieben", sagt der Falkenauer Feuerwehrmann. "Zum Glück hat es nur die hinteren Reflektoren erwischt, die seitlich angebracht waren." Das aktuelle Auto, Baujahr 2001, ist noch unversehrt. Geschick ist gefragt, wenn Müller und seine Kollegen mit dem Fahrzeug ausrücken. "Die Außenspiegel müssen wir einklappen."
Kein Zweifel: Die Ausfahrten des Gerätehauses sind zu schmal. Es ist nur einer von vielen Mängeln, die das historische Gebäude aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit sich bringt. Der Schulungsraum ist viel zu klein. "Wenn alle 30 Kameraden da sind, müssen einige in zweiter Reihe auf Bierkisten sitzen", sagt Wehrleiter Michael Gröbel. Auch die Sanitäranlagen entsprechen nicht mehr neuesten Standards. "Wir haben nur eine Toilette, die beide Geschlechter benutzen müssen", verdeutlicht der stellvertretende Wehrleiter Thomas Richter. Nicht zuletzt ist der Standort An der Aue hochwassergefährdet. Im August 2002 standen die Fluten auf einer Höhe von 1,50 Meter im Gerätehaus - die Kameraden rückten zu zahlreichen Einsätzen aus, ohne geeignete Ausrüstung zur Verfügung zu haben.
Auf der Festwiese im Südosten Falkenaus würde Wehrleiter Michael Gröbel gern das neue Gerätehaus errichten lassen. Doch ob und wann die Vision Wirklichkeit wird, ist noch unklar.
Foto: Toni Söll
Das Hochwasser war der Auslöser für die Feuerwehrleute und Ortsvorsteher Martin Müller, nach einem neuen Standort zu suchen. Die Liste der ins Auge gefassten Standorte ist lang: Ein Umbau des ehemaligen Kinos wurde verworfen, dort residiert mittlerweile der Dorfladen. Auch über das Volkshaus wurde diskutiert. "Doch dort eine Arztpraxis unterzubringen, war mindestens ebenso wichtig", sagt Müller. Zuletzt wurde von der Stadt Flöha eine Industriebrache am Südbahnhof ins Spiel gebracht. "Es wäre schön, wenn wir gleichzeitig einen Schandfleck tilgen könnten", sagt Flöhas Hauptamtsleiter Wolfgang Meyer. Doch das Ergebnis einer Prüfung durch den Marienberger Architekten Harald Oßmann ist eindeutig: Der Bau des Gerätehauses an jener Stelle sei wegen des "äußerst ungünstigen Grundstückzuschnitts unmöglich".
Die Kameraden haben inzwischen ihren Traum-Standort gefunden: Sie wollen sich auf dem Festplatz einrichten. Der Ortschaftsrat hat einen entsprechenden Beschluss gefasst. Die Planung steht bereits: Architekt Oßmann hat für die befreundete Wehr in Deutschneudorf ein Haus gebaut, das die Falkenauer mit geringen Änderungen übernehmen wollen. "Es würde 410.000 Euro kosten", sagt Müller. Er hofft auf Fördermittel vom Landratsamt, die bis zu 235.000 Euro betragen könnten.
Der Fördermittelantrag werde fristgerecht eingereicht, versichert Hauptamtsleiter Meyer. Er stellt jedoch klar: "Ein Anrecht auf Fördermittel gibt es nicht." Und noch etwas anderes macht der Stadt Sorgen. "Baurecht in einem Außenbereich wie dem Festplatz herzustellen, ist schwierig", sagt Baubürgermeister Frank Schmiedgen. "Das könnte bis zu einem Jahr dauern."
Die Falkenauer Feuerwehrleute müssen ihr Fahrzeug also vorerst weiterhin durch das enge Tor zwängen - weitere Schrammen sind nicht ausgeschlossen.

