Das Team der neuen Falkenauer Hausarztpraxis: Andreas Jähnichen mit Schwester Tina Petzold (l.) und Kristina Schönherr.
Foto: Toni Söll
Falkenau hat einen neuen Doktor
Andreas Jähnichen eröffnete am 16. Januar seine Praxis
Falkenau. Fast ein Dschungel von Orchideen schmückt den Empfangstresen in der neuen Falkenauer Arztpraxis im einstigen Volkshaus. Bilder wurden gemalt, Gedichte gedichtet zur Begrüßung des neuen Hausarztes im Ort. Bereits eine halbe Stunde vor der Praxiseröffnung am Morgen des 16. Januar stand der erste Patient vor der Tür.
Andreas Jähnichen ist willkommen, die Freude groß, dass sich nach nur einem reichlichen Vierteljahr ein Nachfolger für den langjährigen "Doc" Helfried Löser fand.
Bereits als Jähnichen sein Studium in Dresden begann, hatte der gebürtige Döbelner, der in der Nähe von Radeberg aufwuchs, den Wunsch, Hausarzt zu werden. Doch der heute 45-Jährige, der, wie er sagt, Anfang der 1990er-Jahre nach Falkenau "einheiratete", ging erst einmal für dreieinhalb Jahre ins Klinikum Chemnitz in die Innere. Danach war er fünf Jahre lang bis zum Ende seiner Facharztausbildung im Krankenhaus Freital.
Seit 2002 arbeitete er als Internist im Kreiskrankenhaus Freiberg. "Die Entscheidung, mich als Hausarzt niederzulassen, habe ich eigentlich seit 2005 vor mir hergeschoben, weil die Rahmenbedingungen nie so glücklich waren. Doch was sollte ich zu dem Angebot der Gemeinde Falkenau, im Falle meiner Zusage eine Arztpraxis statt wie geplant nur eine Arztstation zu bauen, anderes als Ja sagen?", ist Andreas Jähnichen glücklich, dass alles nun so gut gelungen ist.
Er hatte vom ersten Tag an viel zu tun. "Dabei hatte ich anfangs ein schlechtes Gewissen wegen der langen Wartezeiten", sagt er. Doch es sind die vielen kleinen täglichen Dinge bei so einem Neuanfang, die noch viel Zeit schlucken. Zum Beispiel die Computertechnik, mit der er noch richtig vertraut werden muss. Vor allem aber muss sich der neue Doktor, dessen Frau als Ärztin für Labor und Blutspende in Freiberg arbeitet, erst einmal mit den Krankengeschichten seiner Patienten beschäftigen. Aber das ist für ihn das Schöne am Beruf des Hausarztes: den Patienten als Gesamtheit, mit seinem Umfeld, seinen privaten wie beruflichen Lebensumständen zu sehen. "Wenn man das alles kennt, tut sich manche Entscheidung nicht so schwer", hofft er, die Zeit zu finden, sich damit auseinandersetzen zu können. Hausbesuche gehören deshalb unbedingt zu seinen Arbeitsgrundsätzen. Er baut dabei auch auf die Erfahrungen von Schwester Tina Petzold, die bereits in der Praxis seines Vorgängers arbeitete. "Es ist wie eine kleine neue Familie", freut die sich mit ihrem neuen Chef, der von sich sagt, ein ruhiger, zurückhaltender Mensch zu sein.
Und wer pflegt nun die vielen Orchideen in der neuen Praxis? "Meine Frau. Sie hat schon destilliertes Wasser besorgt", sagt der Musikliebhaber und Vater dreier Kinder: Susanne, 21, studiert in Zwickau Gesundheitsmanagement, die 15-jährige Anna und der neunjährige Simon gehen in Flöha zur Schule.


