Loch an Loch reiht sich auf der Straße des Friedens in Breitenau.
Foto: Claudia Dohle
Friedensstraße sorgt in Breitenau für Unfrieden
Straße seit Jahren in einem katastrophalen Zustand
Breitenau. Breitenau. Die Straße durch Breitenau (K 7706/Augustusburger Straße, Straße des Friedens) ist eine einzige Katastrophe. Bürgermeister Steffen Schneider, Ortsvorsteher Hanns-Joachim Beer (beide Freie Wählergemeinschaft) und auch Stadtbaumeister Bernd Seltmann nutzen für den 1,5 Kilometer langen Abschnitt zwischen Ortsausgang Oederan und Sportplatz unabhängig voneinander dieselbe Beschreibung.
Massive Beschwerden gibt es nicht erst seit diesem Winter. Schon seit Jahren schwelt im Dorf der Zorn über die miserablen Zustände. Immer wieder wurden die Breitenauer vertröstet - zuletzt 2009, als die Erneuerung der Schönerstädter Dorfstraße vorgezogen wurde. Ein Jahr später konnten sich die Bewohner im Ortsteil Börnichen freuen, dass für besagte K 7706 endlich die Baufahrzeuge anrollten. In Breitenau tat sich wieder nichts.
"Die Straße befindet sich in einem schlechten Zustand, deshalb möchten wir sie in diesem Jahr grundhaft ausbauen", bestätigt Jürgen Zimmermann, Leiter der Abteilung Straßen im Landratsamt Mittelsachsen, auf Anfrage der "Freien Presse" und fügt an, dass geplant sei, auf rund einem Kilometer Straße beispielsweise auch die Entwässerung zu erneuern.
Die Gesamtkosten von rund einer Million Euro sind Bestandteil des mittelsächsischen Haushaltsplanes 2011. Doch Jürgen Zimmermann dämpft die Erwartungen: "Wann mit der Baumaßnahme begonnen werden kann, ist noch nicht sicher. In dieser Woche erlangt der Haushalt des Landkreises Rechtskraft, und erst dann können wir den Fördermittelantrag stellen. Wir stehen sozusagen bereit, die Anträge zu stellen." Soll heißen: Gibt es in diesem Jahr nicht ausreichend Fördermittel, steht das Problem in Breitenau erneut zur Disposition.
16 Straßenbaumaßnahmen stehen in diesem Jahr auf dem mittelsächsischen Plan. Dazu kommen noch Arbeiten, die noch nicht abgeschlossen wurden beziehungsweise sich planerisch über zwei Jahre ziehen - wie beispielsweise die Waldheimer Straße in Mittweida. "Wir würden uns natürlich freuen, wenn wir schnellstens den Fördermittelbescheid bekommen könnten. Aber das ist nicht vorhersagbar", so Zimmermann weiter.
Die Stadtverwaltung Oederan hat inzwischen den Landkreis aufgefordert, im Fall von Breitenau Verkehrssicherheit herzustellen. Denn egal, ob nun gebaut wird oder nicht: Jetzt muss dringend etwas getan werden. Die Hoffnung, dass Mitarbeiter der zuständigen Straßenmeisterei Hainichen die größten Löcher mit Kaltmischgut flicken, ist geschwunden. Freiberg begründet den Negativbescheid damit, dass das Gemisch im Randbereich nicht eingesetzt werden könne, weil es nicht hält. Jürgen Zimmermann: "Im Frühling, also wenn wir dauerhaft über fünf Grad haben, können wir mit Heißmischgut flicken." Ortsvorsteher Hanns-Joachim Beer bleibt skeptisch. Er mahnt an, dass sich etwas tun müsse, denn die Breitenauer planen 2012 ihr Heimatfest: "Der Festumzug wird ganz sicher nicht über diese Straße führen."

