Sänger Gerd "Zwini" Zwinzscher während der Eröffnung der neuen Oederaner Sporthalle neben Trainerin Petra Steiger inmitten des Handballnachwuchses des Handballvereins Oederan.
Foto: Knut Berger
Handballer mit doppeltem Grund zum Feiern
Oederaner haben neue Sporthalle eingeweiht
Oederan. In der Regel kochen bei den Zuschauern die Emotionen erst hoch, wenn sie in einer Sporthalle spannende Wettkämpfe verfolgen. Doch am Samstag waren die Gäste bereits beim Betreten des Gebäudes ergriffen, obwohl gar kein Athlet aktiv war.
"Es war ein richtig überwältigender Moment, als wir heute die Tür der neuen Sportstätte aufgeschlossen haben", sagte Monika Panse-grau. Die stellvertretende Chefin des Handballvereins Oederan sprach damit vielen aus dem Herzen. Nach rund zwei Jahren Bauzeit wurde die neue Sporthalle, die in unmittelbarere Nähe zur Schule errichtet wurde, eingeweiht. Sehr viele Bürger ließen sich die Chance nicht entgehen, das Bauwerk zu besichtigen. "Wir sind sehr glücklich, die Investition für den Schulsport sowie die vielen Vereine zielgerichtet umgesetzt zu haben", sagte Bürgermeister Steffen Schneider (Freie Wähler). Nicht ohne Stolz bemerkte das Stadtoberhaupt, dass es sich bei dem Bau um die erste sächsische Sporthalle handelt, die in zertifizierter Passivhausbauweise errichtet wurde.
Einer der Hauptnutzer der Sportstätte sind die Handballer des Ortes, die am Wochenende zugleich ihr Jubiläum "85 Jahre Handball in Oederan" begingen. Anlässlich dieses Jahrestages veranstalteten sie am Samstag eine Feierstunde in der künftigen Wettkampfstätte. "Es ist wunderbar, dass die Übergabe der Halle genau mit unserem Jubiläum auf einen Tag fällt", freute sich Monika Pansegrau. Sie stellte die aktuellen Mannschaften des HVO und deren Trainer vor, präsentierte einen kleinen Geschichtsabriss des Sportvereins und kündigte einige kulturelle Beiträge an. So hatte der Oederaner Gerd Zwinzscher, der als Zwini durch Funk und Fernsehen über die Stadtgrenzen bekannt wurde, sein "Oederan-Lied" extra zur Hallenweihung etwas umgedichtet. "Ich bin zwar nicht gerade ein Sportexperte. Doch als Monika mich um einen Beitrag gebeten hat, habe ich sofort zugesagt", meinte der Sänger. Zudem rundete Thomas Walther aus Schönerstadt die kleine Feier mit seiner Gitarre und seinen Liedern ab.
Christian Neubert, der für den HVO Jahrzehnte als Spieler und Trainer aktiv war, zeigte sich vom Neubau begeistert. "Ich habe viele schöne Momente, wie die Gastspiele der DDR-Oberligisten ASK Vorwärts Berlin oder SC DHfK Leipzig, in der alten Halle erlebt. Doch jetzt kann sich der Verein über eine moderne Spielstätte freuen", meinte der Handballexperte. Nicht wenige Fachleute wunderten sich jedoch über die Wahl der Farben. So sind die Begrenzungslinien des Handballfeldes sowie die Spielfläche jeweils in einem dunkelrötlichen Ton gehalten. "Da müssen sich alle erst einmal daran gewöhnen", lautete die Meinung.
Die Frauen des HV Oederan kamen damit offenbar gut zurecht. Sie bestritten in der Handball-Bezirksliga das Hallen-Eröffnungsspiel und trennten sich dabei von der SG HV Chemnitz III 20:20.


