Im Falkenauer Wald geht's zur Sache: Lehrausbilder Rüdiger Schmidt (l.) erklärt Tim Dressel (M.) und Tom Gerber, wie Bäume gefällt werden. 9300 Kubikmeter Holz kommen pro Jahr auf das Konto des Reviers Falkenau.
Im Falkenauer Wald geht's zur Sache: Lehrausbilder Rüdiger Schmidt (l.) erklärt Tim Dressel (M.) und Tom Gerber, wie Bäume gefällt werden. 9300 Kubikmeter Holz kommen pro Jahr auf das Konto des Reviers Falkenau.

Foto: Toni Söll

Im Wald herrscht kein Winterschlaf

Mit Holz kann man gut Geld verdienen

Flöha . Waldesruh im Winter gibt es in der Region um Flöha nicht. Im Gegenteil: Die Forstarbeiter haben in diesen Tagen mehr zu tun als im Sommer. In den Wäldern des Forstbezirkes Chemnitz, zu dem die Region gehört, ist Holzschlag angesagt: um Geld zu verdienen und den Wald in Ordnung zu halten.

Spätestens Anfang Februar soll es losgehen, hofft Thomas Vogel, seit 2006 Revierleiter im Forstrevier Falkenau des Staatsbetriebes Sachsenforst. Dabei macht der Chef von 1530Hektar Mischwald klar: "Es wird nicht willkürlich abgeholzt, sondern wir gehen nach einem Zehnjahresplan vor." Die Arbeiten koordiniere man so, dass ausreichend Holz für die Industrie geerntet und kein "Raubbau" betrieben werde.

Waren es 2011 die Wälder im Fürstenwald nördlich von Freiberg, rückt in diesem Jahr das Gebiet von Falkenau in den Fokus der Holzfäller. "Die meisten Bäume werden im Winter geschlagen", sagt der 37-Jährige. Das sei besser für die Holzqualität und gesünder für die Bäume, die stehen bleiben. "Der lebenserhaltende Saft wird im Winter in den Wurzeln gespeichert, und es entstehen keine Rindenschäden."

Allerdings, auch in diesem Jahr sei das Wetter wieder Spielverderber. Vogel: "Dem Forst machen die milden Temperaturen zu schaffen. Der Boden ist nicht gefroren." Ergo: Die Waldwege werden beim Holzabtransport mehr zerstört als sonst. Vogel bittet um Verständnis: "Wir wissen um das Problem und tun alles, um das Abholzen so gut wie möglich zu koordinieren." Die Firmen seien beauftragt, kaputte Wege wieder in Ordnung zu bringen. "Dazu braucht es aber Zeit."

Etwa 4000 Kubikmeter Holz, so sieht es der Plan vor, sollen im Falkenauer Forst entlang der alten Oederaner Straße im Winter abgeholzt werden. 70 Prozent davon sind Nadelholz. Dabei ist der Preis aufgrund der großen Nachfrage der Holzindustrie gestiegen: Zahlte man vor zehn Jahren für einen Kubikmeter Fichte 70 Euro, so werden jetzt 90 geboten. Gut für den Staatsforst. Der Verbraucher aber muss tiefer in die Tasche greifen: Ihn kostet ein Kubikmeter Brennholz nicht mehr wie vor Jahren 10, sondern 16 bis 20 Euro. "Der Rohstoff Holz erfreut sich wachsender Nachfrage", sagt Vogel.

Das weiß auch Kirchenrevierförsterin Leila Reuther. Fanden 2011 Holzfällungen unter anderem in Flöha, Niederwiesa und Erdmannsdorf statt, steht derzeit Großwaltersdorf im Blickpunkt. "Die Aktion ist fast beendet", erklärt sie. "500 Kubikmeter Holz sind geschlagen worden und werden gegenwärtig abgefahren", sagt die 41-Jährige. Natürlich könne auch die Kirche von den gestiegenen Preisen profitieren. "Wir müssen ebenso wirtschaften wie der Staatsforst." Der Erlös komme der kirchlichen Waldgemeinschaft zugute, die die Kirchen an der Gewinnausschüttung beteiligt. Veräußern werde man Wälder nicht. "Wir betrachten sie als stehendes Kapital, das zur Wertschöpfung beiträgt."

 
erschienen am 23.01.2012 ( Von Eveline Roessler )
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