Anglerglück: Ingolf Lindner und Sohn Johannes helfen mit dem Kescher nach. Oliver Fröhlich und Hans Hillger halten die Angel fest. Foto: Claudia Dohle
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In Marbach lassen Kinder die Fische zappeln
Verein veranstaltet Anglerfest an der Flöha
Marbach. Kaum zu glauben: Drei, höchstens vier Minuten hatte der zehn Jahre alte Oliver Fröhlich die Angel in die Flöha, Nähe Gaststätte Höllmühle, gehalten - und konnte kurz darauf einen stattlichen, 50 Zentimeter langen Hecht aus dem Wasser ziehen. Vater Andreas freute sich, und selbst Hans Hillger, der 64 Jahre alte Chef des Anglervereins "Einheit Marbach", kam aus dem Staunen nicht raus. "Das hast du gut gemacht", lobt er. "So ein Glück hat man nicht alle Tage."
Gemeinsam mit dem gleichaltrigen Johannes Lindner (10) gehört Oliver zu den jüngsten Mitgliedern des Vereins. Im Urlaub an der Mecklenburgischen Seenplatte hätte er erstmals geangelt. "Am Anfang habe ich aber nur kleine Dinger aus dem Wasser gezogen", sagt der Junge. "Dann aber kamen richtig große dran." Bei Johannes ist es der Vater gewesen, selbst begeistertes Mitglied im Verein, der den Sohn mit seinem Hobby angesteckt hat. Eines verbindet die Drei: Sie genießen die Ruhe, das Plätschern des Wassers, die Spannung, was denn da kommt.
Am kommenden Samstag haben auch Angelneulinge Gelegenheit, etwas mehr über diese Freizeitbeschäftigung zu erfahren. Der Vereinschef lädt zum "Kinderangeln" ein. "Es soll", sagt der Marbacher, seit 1955 ein begeisterter Angler, "ein Schnupperangebot sein." Nachwuchs könne der 42 Mitglieder starke Verein immer gebrauchen, obwohl das Angeln bei Kindern und Jugendlichen wieder sehr beliebt sei. "Es gilt als cool", freut sich Hillger, der in seiner Truppe sieben Nachwuchs-Angler hat. Ein Jahr lang nimmt er jeden Neuling unter seine Fittiche. Erst dann, so sieht es das Statut vor, erhalten sie den Schein, der zum Fischen in Gewässern berechtigt. Hillgers Regel Nummer 1: "Der Fisch ist sozusagen auch ein Mensch, ein Lebewesen, also habt Achtung vor ihm." Man müsse nicht auf Teufel-komm-raus alles abfischen, was geht, sondern nur das, was man zum Eigenbedarf benötigt.
"Beim ,Kinderangeln' soll es aber auch gemütlich zugehen", sagt Ehefrau Sieglinde, seit Jahren begeisterte Anglerin. "Es gibt Souvenirs für die Besten, zum Schluss ist Bratwurst-Grillen für alle angesagt."
Service
Zum Kinderangeln wird am Samstag, 16 Uhr nach Marbach an die grüne Brücke (von der Gaststätte Höllmühle über die Straße und 3 km an der Flöha entlang) eingeladen.

