Michaela Barthel Sprecherin der Arbeitsagentur Chemnitz.Foto: Bettina Junge
In allen Branchen werden noch Lehrlinge gesucht
Zu wenig Bewerber: Besetzung von Ausbildungsstellen in Unternehmen so schwierig wie noch nie seit der Wende
Flöha. Wer bisher bei der Lehrstellensuche leer ausgegangen ist, hat gute Karten. Denn in allen Branchen werden in Mittelsachsen noch Bewerber für das am 22. August beginnende Ausbildungsjahr gesucht. Die Spanne der offenen Plätze reicht vom Bäcker über Friseur, Holzspielzeugmacher und Mechatroniker bis hin zum Zerspanungsfacharbeiter.
In Mittelsachsen standen Ende Juli 546 offene Lehrstellen zu Buche, im Raum Flöha waren es 57. Und es gibt weniger Bewerber, die noch nichts haben. "So schwierig wie in diesem Jahr war es seit der Wende noch nie, offene Ausbildungsplätze zu besetzen", weiß Michaela Barthel Sprecherin der Arbeitsagentur Chemnitz.
Dass ihre Lehrstellen nicht gerade abgehen wie warme Semmeln, mussten auch Bäckereien in der Region feststellen. Die Oederaner Bäckerei Möbius beispielsweise sucht noch zwei angehende Verkäuferinnen. "Interessierte junge Leute können sich gern bei uns melden", wirbt Kerstin Möbius, Juniorchefin des 350 Mitarbeiter zählenden Betriebes mit 50 Filialen. Vor Jahren noch unvorstellbar, jetzt aber Realität: Sogar Autohäuser rangeln sich kurz vor Ausbildungsbeginn noch um Bewerber. Bisher waren diese Lehrstellen heiß begeht. Das Flöhaer Autohaus Fischer würde derzeit Kfz-Mechatroniker in spe sowie angehende Facharbeiter für Lagerwirtschaft und für Einzelhandel einstellen.
Ins selbe Horn bläst Gundolf Berger, Geschäftsführer der Erzgebirgische Holzkunst Gahlenz GmbH: "Unsere ganze Branche sucht noch händeringend Bewerber für dieses Lehrjahr." Das 38-Mitarbeiter-Unternehmen gehört dem Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller an. Dieser betreibt die bundesweit einzige Holzspielzeugmacher- und Drechslerschule in Seiffen. Die Einrichtung hat zwölf Ausbildungsplätze - doch bisher sind nur vier davon im neuen Lehrjahr belegt. "Handwerklich begabte junge Leute würden wir gern noch einstellen", sagt Berger.
Auch die mehr als 1300Mitarbeiter zählende Hartmannsdorfer Unternehmensgruppe Komsa offeriert noch zwei offene Ausbildungsstellen zur Fachkraft für Lagerlogistik. "Bewerbungen nehmen wir gern online entgegen", sagt Katja Förster, Firmensprecherin des Kommunikationsdienstleisters. (hh)

