Kreisstraße 7706 in Breitenau soll nicht auf voller Länge saniert werden
Breitenauer verärgert - Ortsvorsteher hofft auf Hilfe aus Berlin
Breitenau. Die Nachricht treibt dem Breitenauer Ortsvorsteher Hanns-Joachim Beer die Zornesröte ins Gesicht: In einer E-Mail hat das Landratsamt Mittelsachsen der Stadt Oederan in dieser Woche mitgeteilt, dass die marode Kreisstraße K 7706, die durch Breitenau führt, nun doch nicht wie geplant saniert wird. Anstatt die Strecke vom Sportplatz an der Straße des Friedens bis zu den Stallanlagen an der Augustusburger Straße in Stand zu setzen, soll der Ausbau nur noch bis zur Arztpraxis, weiter im Dorfzentrum gelegen, erfolgen. Grund: knappe Kassen.
"Das ist eine Katastrophe. Schon mehrfach wurde der Abschnitt, der gebaut werden soll, gekürzt. Jetzt sind es wieder 140 Meter weniger", schimpfte der Ortsvorsteher. Da es sich bei der K 7706 um eine Straße handelt, für die der Landkreis Mittelsachsen verantwortlich ist, muss dieser auch die Kosten der Sanierung tragen. Um das Vorhaben zu stemmen, kann das Landratsamt Fördermittel beim Landesamt für Straßenbau in Chemnitz beantragen. "Es heißt, dass für die Sanierung der Kreisstraße statt 1,2 Millionen Euro nur noch rund 960.000 Euro veranschlagt werden", so Beer.
Für die Breitenauer sind diese Nachrichten nur ein weiterer Rückschlag. Denn während noch im Februar gemeldet wurde, dass eventuell schon im September mit der Sanierung der Straße begonnen werden kann, steht das Vorhaben seit Juni sogar komplett auf der Kippe. Denn das Landesamt für Straßenbau hat gefordert, im Zuge der Baumaßnahme einen Fußweg entlang der Strecke zu bauen. Erfolgt das nicht, werden die benötigten Fördermittel nicht bereitgestellt. Doch das stellt die Verantwortlichen vor neue Probleme. Denn damit für den Gehweg Platz ist, müssten einige Anlieger Teile ihres Grundstücks abgeben - weigert sich nur ein Einziger, wird nicht gebaut.
Die Verantwortlichen im Landratsamt wollten sich auf Anfrage nicht äußern. "Für die Maßnahme liegt noch kein Fördermittelbescheid vor. Nähere Informationen geben wir erst, wenn er da ist", hieß es. Hanns-Joachim Beer will nun den Breitenauer Ortschaftsrat einberufen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. "Wir müssen etwas unternehmen. Denn in diesem Landratsamt läuft etwas gewaltig schief", sagte er. Auf jeden Fall will Beer die Eppendorfer Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann (CDU) einschalten. "Sie muss unser Anliegen erneut in Berlin vortragen."

