Mike Juntke (Mitte), Teamleiter bei der Erzgebirgsbahn, erklärt den Grundschülern aus Augustusburg anschaulich, wie die Drahtseilbahn in Bewegung gesetzt wird.
Foto: Claudia Dohle
Kunstwerk entsteht zur Geburtstagsparty
Augustusburger Grundschüler sammeln bei einer Sonderfahrt jede Menge Details zur Drahtseilbahn
Augustusburg. Augustusburg. Die 1240 Meter meistert sie in acht Minuten. Eine Glanzleistung für eine fast 99-Jährige, die trotz ihrer neun Tonnen Gewicht dabei nicht ins Schnaufen kommt. "Die Schienen der Drahtseilbahn haben eine Spurweite von 1000 Millimetern -, wisst ihr wie viele Meter das sind?", fragt Mike Juntke seine Fahrgäste. Es sind Mädchen und Jungen der Grundschule der Stadt Augustusburg, die die Erzgebirgsbahn zur Sonderfahrt eingeladen hat. "Nein, nicht zehn Meter, sondern es ist nur ein Meter", korrigiert der Teamleiter der Erzgebirgsbahn freundlich.
Nicht acht, sondern 60 Minuten dauert der Besuch der Grundschüler bei der rüstigen Dame. Mike Juntke gibt eine Menge über sie preis, beantwortet geduldig alle Fragen. Er erzählt, woher die Abtsche Weiche zwischen Tal- und Bergstation ihren Namen hat und wie sie funktioniert. Der Schweizer Eisenbahn-Konstrukteur Carl Roman Abt entwickelte diese Gleiskonstruktion, damit die beiden Fahrzeuge ungehindert aneinander vorbeifahren können. Das war so genial, dass diese seinen Namen erhielt.
Zum 99. Geburtstag der Drahtseilbahn, der am 27. Juni groß gefeiert werden soll, bereiten die Verantwortlichen von Stadt Augustusburg, Verkehrsverbund Mittelsachsen und Schloss Augustusburg ein Drahtseilbahn- und Stadtfest vor. Bei der fünften Auflage dieses Veranstaltung haben auch die Schulkinder eine wichtige Aufgabe bekommen. 20 Mädchen und Jungen - die Gäste der Sonderfahrt - werden an diesem Sonntag den sieben Meter langen und zwei Meter hohen Bauzaun, der ihre alte Grundschule einhüllt, gestalten.
Das überdimensionale Kunstwerk soll das Jahr über stehen bleiben und auf das Jubiläum der Drahtseilbahn im Jahr 2011 hinweisen. Denn dann wird die Drahtseilbahn 100 Jahre alt. Rolf Büttner, der Leiter der Volkskunstschule Oederan hat das Konzept für die Aktion erarbeitet. Er begleitet die jungen Künstler bei der Bahnfahrt und der anschließenden Führung durch den Maschinenraum. Die Idee funktioniert, denn die Sieben- bis Zehnjährigen bringen im Anschluss daran im Freizeitzentrum Rosts Wiesen wunderschöne Bilder aufs Papier. Die Bahn, die herrliche Natur, Fahrgäste, die Alaunbrücke und technische Details zeichnen die Kinder. Jonas Rangous, der an diesem Tag übrigens Geburtstag hat, ist von der Abtschen Weiche so fasziniert, dass er diese darstellt.
Nun sind Klaus Büttner und die Künstler der Turmgalerie Augustusburg sowie der Volkskunstschule Oederan gefragt. Sie werden aus den Vorlagen eine Komposition fertigen, die später mittels Folien auf den Bauzaun übertragen wird. Die Kinder dürfen dann zur Geburtstagsfeier Ende Juni ihr großes Werk mitten in der Stadt farbig gestalten und vollenden.

