Massiver Widerstand gegen neue Skipiste
Stadtrat muss sich in Sondersitzung mit 400 Einwänden gegen Erweiterung von "Rosts Wiesen" beschäftigen
Augustusburg. Die Betreiber des Freizeitzentrums "Rosts Wiesen" stoßen mit ihren Erweiterungsplänen auf Widerstand. Rund 400Einwände und Stellungnahmen sind im Beteiligungsverfahren zum Bebauungsplan in der Stadtverwaltung Augustusburg eingegangen. Neben den Trägern öffentlicher Belange, die in solchen Verfahren grundsätzlich beteiligt werden, sind rund 300 Schriftstücke privater Personen abgegeben worden.
"Das Besondere daran ist, dass die Stellungnahmen teilweise wortwörtlich identisch sind. Über diese können die Mitglieder des Stadtrates in der nun anstehenden Abwägung auch als Paket entscheiden. Sobald aber auch nur eine kleine Abänderung erfolgt ist, muss der Stadtrat darüber einzeln befinden", erklärt Bürgermeisterin Evelyn Jugelt (CDU). "Wir hoffen, noch im Februar eine Sondersitzung einberufen zu können, in der wir uns ausschließlich mit diesem Thema befassen."
Der Bebauungsplan sieht vor, das bestehende Gelände des Freizeitgebiets um einen Skihang beziehungsweise eine Downhill-Strecke für Radfahrer zu erweitern. Die erwarteten Einwände und Anmerkungen von Fachverbänden werden in den entsprechenden Gremien und mit den Fachplanern besprochen. "Entsprechende Auflagen müssen dann bei der Umsetzung berücksichtigt werden", erläutert die Stadtchefin. Schwieriger stellt sich die Lage bei den Einwänden der Privatpersonen dar, die sich etwa gegen eine Veränderung des Landschaftbildes wenden. In einem der schriftlichen Einwände heißt es: "Der geplante Neubau des zweiten Skihanges stellt einen noch gravierenderen Eingriff in das bestehende Landschaftsbild dar." Zudem werden Sinnhaftigkeit und Wirtschaftlichkeit des Vorhabens infrage gestellt. Die Autorin dieser Stellungnahme wollte sich auf Anfrage der "Freien Presse" allerdings nicht öffentlich dazu äußern.
"Ich wünsche mir eine sachliche Diskussion", sagt Jugelt dazu. Der Widerspruch beziehe sich vor allem auf die zweite Skipiste und den befürchteten Lärm der zusätzlichen Schneekanonen. "Dabei darf man aber nicht vergessen, dass die Technik immer besser wird und sich die Lärmbelastung verringert. Viel wichtiger ist mir, dass das Vorhaben eine ganzjährige Nutzung des Gebietes vorsieht. Das heißt, wir können auch im Sommer weitere Gäste anlocken und ihnen mit der Downhill-Strecke ein weiteres ansprechendes Angebot unterbereiten."
"Wir bedauern sehr, dass sich bisher niemand der Bürger mit seinen Fragen und Einwänden direkt an uns gewandt hat. Gern würden wir mit den Leuten ins Gespräch kommen", macht Uwe Schreier, Geschäftsführer von "Rosts Wiesen", deutlich. Schreier, der für die Fraktion der Wählergemeinschaft Mitglied des Stadtrates ist, sitzt bei der Sondersitzung nicht im Gremium. "Ich bin befangen und deshalb von den Entscheidungen und der Diskussion darüber ausgeschlossen."
Neue Skipiste geplant
Um rund 2,2 Hektar soll das bisherige Sport- und Freizeitgebiet "Rosts Wiesen" erweitert werden. Im Mittelpunkt der Planungen steht der Bau der zweiten Skipiste Hainborn, die ab dem Buschgartenweg linksseitig der Naturrodelbahn verläuft und etwa 650 Meter lang sein wird. In ihrer maximalen Ausbreitung soll die Fläche im Auslauf etwa 35 Meter breit sein. Die Piste soll im Sommer für Downhill-Abfahrten mit Fahrrädern nutzbar sein. Dafür werden spezielle Bauelemente, wie beispielsweise Steilwände, Leitern und Sprungschanzen aus Holz, auf der ausgewiesenen Fahrstrecke aufgebaut. Zudem sollen drei neue Brücken für Fußgänger errichtet werden, mit denen die Verbindungen zwischen den beiden Skiarealen sowie zur Drahtseilbahn und zur Downhill-Strecke hergestellt werden können. (vt)


