Polizeirevier in Flöha soll geschlossen werden
Immobilien-Staatsbetrieb sucht nach neuen Räumen für nur noch zwei Beamte
Flöha. Nun also doch: Das sächsische Innenministerium plant, das Flöhaer Polizeirevier an der Augustusburger Straße langfristig zu schließen. "Wir müssen die Wirtschaftlichkeit im Auge behalten", sagte Ministeriumssprecher Lothar Hofner. Das Projekt Polizei 2020, das von 2013 bis 2025 schrittweise umgesetzt werden soll, sieht vor, dass in Flöha kein Revier mehr, sondern nur noch ein "Polizeistandort" vorgehalten werden soll. Dieser soll mit zwei Bürgerpolizisten besetzt sein - das zweigeschossige Gebäude, das zurzeit das Revier beheimatet, ist dafür offenbar eine Nummer zu groß.
Bekannt geworden waren die Pläne durch einen Brief des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) an die Stadt Flöha. Darin fragt das SIB an, ob die Stadt dem Freistaat zwei Räume im Rathaus zur Verfügung stellen könnte - am liebsten kostenlos. Laut Hauptamtsleiter Wolfgang Meyer werden als Hintergrund "Überlegungen zur Unterbringung des Polizeireviers in Flöha" genannt.
Die Stadtverwaltung hat bereits ein Antwortschreiben formuliert. Darin heißt es laut Meyer, dass es im Rathaus schon für die Mitarbeiter der Stadt an Räumen mangelt. Daher sei es nicht möglich, zusätzlich die Polizei unterzubringen.
Polizeisprecher Frank Fischer hatte noch am Freitag bekräftigt, dass das Polizeirevier zunächst am jetzigen Standort bleiben soll. Unabhängig davon wies er darauf hin, dass "Polizeipräsens nicht an Räumlichkeiten gebunden ist". Wie viele Polizisten zurzeit in Flöha beschäftigt sind, konnte Fischer nicht sagen.
Was Oberbürgermeister Friedrich Schlosser (CDU) von den Reformplänen hält, kann er dem obersten Dienstherren der Polizei am Donnerstag persönlich mitteilen: Innenminister Markus Ulbig (CDU) kommt nach Flöha und hat Fördermittel für das Kinderdorf in der Shedhalle im Gepäck.


15:20 Uhr
blah23: Kann man da Donnerstags als betroffener Bürger mit anwesend sein?
Sicherlich nicht. Schade eigentlich.
Nett, dass man im Notfall auf die Polizei warten muss.
Muss wohl erst wieder was richtiges passieren, bis der gute Innenminister mal was gescheites tut!
08:08 Uhr
dreiermama: In diesem "Revier" sitzt doch jetzt schon bloß noch ein Beamter um Anzeigen aufzunehmen. Bei Notfällen kommt die Polizei mit Blaulicht aus Mittweida gefahren (sind dann in mind. 30 min da). Wenn die Verbrecher besser planen, müssen sie bloß am einen Ende des Polizeibereiches Mittweida Unfälle fingieren und können am anderen Ende inzwischen eine Bank überfallen. Soviel zum Sicherheitsgefühl in Sachsen.