Schellenberg zeigt sich beim Landesentscheid "Unser Dorf hat Zukunft" von seiner besten Seite
Viele Vereine, gesunde Landluft, engagierte Firmen: Der Ort kann richtig punkten
Schellenberg. Am Donnerstag gilt es: Im Landesentscheid "Unser Dorf hat Zukunft" wird sich Schellenberg der zwölf Mann starken Expertenkommission des Freistaates Sachsen von der besten Seite zeigen. In Rundfahrten präsentieren Bürger, was der Leubsdorfer Ortsteil am Fuße der Augustusburg an Geschichte und Gegenwart, an Landwirtschaft und Industrie, an Naturschutz und Vereinsleben zu bieten hat. Wer ihnen dabei alles die Daumen drückt? Die "Freie Presse" hat nachgefragt.
Kirchbachs Ortsvorsteher Rainer Weigand wünscht den Schellenbergern aus ganzem Herzen erst mal ein kräftiges "toi, toi, toi". "Nur nicht nervös machen lassen, die Zeit gut nutzen, umso viel wie möglich an Informationen und Eindrücken zu vermitteln", sagt er.
Kirchbach, ein Ortsteil von Oederan, war im vergangenen Jahr als Bundessieger im Dorfwettbewerb aufs oberste Treppchen gestiegen. So weiß Weigand auch, was gar nicht geht: "Die Schellenberger müssen vor der Jury auf keinen Fall so tun, als gebe es keine Probleme", sagt er. "Das nimmt einem keiner ab." Vielmehr gehe es auch darum, Visionen aufzuzeigen, wohin sich der Ort entwickeln kann. Das Wichtigste aus seiner Sicht: "Nicht ,abgeschottet' durchs Dorf ziehen, ruhig kurze Gespräche mit Bürgern zuzulassen."
Ein Tipp, den auch Regionalmanager Lothar Hofmeister, Regionalmanagement Vorerzgebirgsregion Augustusburger Land, für den Entscheidungstag parat hat: "Die Jury muss spüren, dass das Dorf kein ,Museumsdorf' ist, sondern ein Ort, in dem Menschen sich wohlfühlen und hinziehen, weil sie hier eine Zukunft sehen." Auch die Teilnahme am Wettbewerb solle nichts "Übergestülptes" sein, sondern ein Anliegen der Bürger, ihr Dorf mit seinen Schönheiten ins rechte Licht zu rücken zu, betont Hofmeister.
Tipps wolle er eher nicht geben. "Die Schellenberger machen ihre Sache auch so richtig gut", sagt der Regionalmanager. Dem Ort sei es seit den 1990er-Jahren gelungen, sich mit dem Dorfentwicklungskonzept eine Struktur zu geben, die mit den Mitteln der ländlichen Förderung umgesetzt werden kann. Er denke da an sanierte Straßen, offene Bachläufe, historische Gebäude, die saniert und umgenutzt wurden, sagt Hofmeister.
Daumen drücken ist auch in der Nachbargemeinde Leubsdorf angesagt. Ortsvorsteher Peter Kaul: "Es ist imponierend, wie sich die Schellenberger engagieren, sich für ihr Dorf einsetzen - und das nicht nur für den Wettbewerb am Donnerstag, sondern das gesamte Jahr über." So findet er das Traktoren- und Oldtimertreffen, das die Firma Landtechnik Nürnberger aus Schellenberg jedes Jahr veranstaltet, ganz einfach große Klasse. "Das kommt bei Hunderten von Bewohnern und Gästen immer sehr gut an", sagt Kaul. Auch so könne man die Region weit über die Ortsgrenzen hinaus noch bekannter machen.

