Das Wetter spielt verrückt, und die Regenschirme stehen Kopf: Die Kinder aus der "Hasengruppe" in der Erdmannsdorfer Kindertagesstätte "Buddelflink" hatten am Mittwoch viel Spaß, mit Wasser herumzuplantschen.
Foto: Claudia Dohle
Schleppender Badebetrieb in Flöha: Wann wird endlich Sommer?
Hoffnung auf heiße und trockene Tage haben Bademeister, Landwirte und Sportler der Region noch nicht aufgegeben
Flöha. Also Campingwetter ist das nicht gerade: Die Flöhaer Gymnasiasten, die zum Schuljahresabschluss im Oederaner Erlebnisbad zelten wollten, mussten ihre Pläne ändern. "Wegen des schlechten Wetters haben schon drei Klassen abgesagt", sagt Schwimmmeister Silvio Mattern. Auch der Badebetrieb liege mit bislang rund 9000 Gästen in dieser Saison etwa 40 Prozent hinter den Erwartungen. Dennoch gibt der 47-Jährige die Hoffnung nicht auf: "Abgerechnet wird erst im September."
Im vergangenen Jahr hätten zwei heiße Wochen Ende August die Bilanz gerettet, so Mattern weiter. "Dadurch sind wir insgesamt noch auf fast 30.000 Besucher gekommen." Immerhin suchten an Spitzentagen nahezu 2000 Menschen Abkühlung in dem Bad an der Hainichener Straße. "Aber dafür brauchen wir mindestens eine Woche gutes Wetter. Der Andrang setzt nicht gleich am ersten Tag ein."
Auch Maxim Steinhardt von der Agrargenossenschaft Memmendorf ist zuversichtlich, dass sich die Sonne durchsetzt. "Der Bauer ist ein Grundoptimist, sonst könnte er den Beruf nicht machen", urteilt der Vorstandsvorsitzende. Wegen der Nässe können die Erntemaschinen derzeit nicht auf die Felder. Je mehr Verzug entstehe, desto größer werden die Qualitätseinbußen und Ernteverluste. Zudem gab es Hagelschäden - drei Prozent, wie der Versicherungsexperte bestätigt habe.
Bislang sei erst die Wintergerste gedroschen, so Steinhardt, und der Ertrag von den 103 Hektar habe unter den Erwartungen gelegen. Jetzt müssen noch 156 Hektar Sommergerste, 82 Hektar Triticale - eine Kreuzung aus Weizen und Roggen - sowie 278Hektar Raps geerntet werden. "Wir setzen natürlich alles daran, möglichst alles einzufahren", erklärt der Vorstandschef.
Als "grenzwertig" bezeichnet Rico Günther, der Trainer des Fußball-Mittelsachsenligisten TSV Großwaltersdorf, die Verhältnisse auf dem eigenen Platz. "Der Regen der vergangenen Tage hat zweifellos seine Spuren hinterlassen", sagte der Coach. Da sich seine Mannschaft derzeit allerdings noch in der Saisonvorbereitung befindet und vor allem Kondition tankt, kann der Rasen geschont werden. "Viele Übungen und Einheiten können wir außerhalb der Fläche machen. Für ein kurzes Trainingsspielchen ist der Platz aber dennoch zu gebrauchen", betonte der Übungsleiter.
Ein defekter Unterflurhydrant hat am Mittwoch in Schellenberg gegenüber der Kirche für noch mehr Nass auf den Straßen gesorgt.
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Relativ entspannt ist die Lage dagegen im Auenstadion Flöha. Die beiden Kunstrasenplätze sind ohnehin nicht wetteranfällig, auch das Hauptstadion, das bei diesen Wetterverhältnissen geschont wird, hat den Dauerregen gut weggesteckt. "Der Naturrasenplatz wurde nach der Hochwasserkatastrophe fachmännisch errichtet und seitdem von uns als Betreiber auch regelmäßig und umfassend gepflegt. Das macht sich jetzt positiv bemerkbar, denn bis auf eine kleine Stelle, die jedoch auch nicht kritisch ist, präsentiert sich der Platz in einem guten Zustand", sagt Gunter Pech vom Förderverein für Nachwuchssport Flöha.
Beim Golfclub Gahlenz wird das Wetter mit einem lachenden und einem weinenden Auge gesehen. So ist Greenkeeper Ronny Reupert, der sich mit seinen Helfern um die Rasenpflege kümmert, durchaus dankbar für den bisherigen Regen: "Nach der längeren Trockenheit konnte der Boden das Wasser gut gebrauchen." Allerdings sei nun der Punkt erreicht, an dem selbst die Erde genug hat. "Die Situation könnte bald kippen, sollte die nasse Witterung anhalten", betont Reupert. Denn je mehr Wasser sich m Boden befinde, desto weniger Sauerstoff dringt durch. Die Sportler sehnen sich ohnehin nach einem blauen Himmel.
Zwar war der Platz zu Fuß immer bespielbar und nur für Karts, also die kleinen Fahrzeuge, phasenweise gesperrt, doch das Interesse hielt sich zuletzt in Grenzen. Ohne graue Wolken mache das Spielen einfach mehr Spaß, weiß auch Trainer Rithe Sapkota. "Gegenüber dem vergangenen Sommer hat der Betrieb etwas abgenommen. Dabei spielt das Wetter natürlich eine Rolle", weiß der sogenannte Pro, der dadurch in diesem Jahr bislang auch weniger Unterrichtsstunden gegeben hat als im Vorjahr.

